Samstag, 2. April 2011

Kolonialsüßwarengeschäfte

In den Filialen einer ostzonalen Bäckereikette gibt es Ärger wegen einer Werbekampagne, die sich vermutlich ein Praktikant in besoffenem Kopp ausgedacht hat: Mit dem Foto eines namibischen Babys wird für eine Schoko-Sahne-Schnitte geworben. Eine reichlich misslungene Aussage: Bei Schoko-Sahne-Schnitte hätte doch jemand wie Halle Berry besser gepas... nein, pfui, schlechter Witz. Rassismus ist's, was den Bäckern und ihren Bäckereifachverkäuferinnen nun vorgeworfen wird.


"Schoko-Traum" heißt es unter dem Bild, als ginge es darum, das leicht irritiert aus der Windel schauende Kind zu verspeisen und kein süßes Backwerk. Da müssen bei dem Verantwortlichen alle Sicherungen gleichzeitig rausgesprungen sein, als sie das Plakat abgesegnet haben. Falls das witzig gemeint gewesen sein soll, was zu befürchten steht, darf man ihnen durchaus ein nicht unbedeutendes Fuder an zumindest latentem Rassismus unterstellen.

Merkwürdig aber die Folgeerscheinungen: Da seien vor den Läden Aufsteller umgeschmissen und die Damen hinterm Tresen angepöbelt worden, heißt es. Hmm - wirklich, weil es um den angenommen Rassismus der Bäckerei geht? Oder vielleicht doch eher, weil in einer deutschen Bäckerei mit einem schwarzen Kind geworben wird?

Immerhin reden wir hier von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Kommentare:

Ulf hat gesagt…

Schmecken Negerbabies denn nach Schokolade? *duck*

Ich glaube, das Baby hätte auch grün sein können. Man suchte nur mal wieder einen Grund zu randalieren. Und wenn man es damit begründet, daß die Tannen grün sind.

EthnoImpi hat gesagt…

Das kann der Zoo Schwerin aber locker toppen:

http://useless.blogsport.de/2011/03/02/da-eruebrigt-sich-jeder-kommentar/

Dr. No hat gesagt…

Uff. Ja, da kann der Bäckersmann nur schwer gegen anstinken... der Völkerschau-Gedanke ist wohl einfach nicht totzukriegen.