Freitag, 25. Februar 2011

Ohne Mampf kein Kampf

Ein schwerer Schlag für die deutschen Kriegsanstrengungen: Im Bundeswehrverpflegungsamt, beheimatet weitab von der Ostfront im beschaulichen Oldenburg, hat es gebrannt - eine ganze Halle mit Feldrationen ist zerstört worden. Tausende Büchsen Dosenbrot, Hartkekse und Kaffeeextrakt mit Haltbarkeit bis 2178 futsch! Müssen die Soldaten jetzt hungern? Ist in Kunduz womöglich bereits die erste Kuh requiriert worden? Oder ziehen die Truppen sogar schon plündernd und marodierend durch den Hindukush? Und die wichtigste Frage: Muss der Einsatz nicht spätestens jetzt abgebrochen werden? Es wäre schließlich nicht der erste Feldzug in der Geschichte, der an Verpflegungsproblemen scheitert.


Über die Brandursache ist noch nichts bekannt, die Polizei ermittelt wie immer "in alle Richtungen". Naja, es wird ja eh bloß wieder in die übliche Richtung gehen: Brandanschlag, entweder von Islamisten oder von Linksextremisten. Daher erlaube ich mir, schon mal vorzugreifen: Falls ihr das wart, ihr Al-Qaida-Schergen: Hut ab, das war mal so richtig strategisch gedacht! Nehmt den ungläubigen Hundesöhnen das Essen weg, denn dann wollen sie nicht mehr kämpfen; und wenn sie's doch tun, dann sind sie jedenfalls geschwächt. Vielleicht löst sich das Heer ja auch gleich ganz auf, so wie anno dunnemals, wenn der Nachschub ausblieb. Raffiniert!

Falls ihr es allerdings wart, ihr Linksradikalen: Wo zum Geier bleibt euer Bekennerschreiben? So was braucht man, wenn man aus politischen Gründen Anschläge verübt, ihr Nasen! Habt ihr das Ding in der WG-Küche liegengelassen? Oder textet ihr immer noch daran herum, weil ihr euch um die korrekte Genderifizierung streitet oder noch den Zusammenhang zwischen dem Kolonialkrieg im Mittleren Osten und der Ausbeutung der indigenen Bergbauern in den mittleren Anden diskutiert?

Mein Tipp: Zu groß sollte der zeitliche Abstand zwischen Aktion und Dokumentation nicht werden, sonst war der Angriff des geknechteten Proletariats auf die kulinarischen Unterdrückungsinstrumente des westlichen Imperialismus ein Schuss in den Kanonenofen. Als Fanal für den Beginn der Weltrevolution taugt das nicht.

Und ihr, Soldaten: Jetzt nicht gleich die vitailleurs zu den Bauern in der Umgebung schicken, um Hühner, Ziegen und Brote zu *hust* beschaffen. Macht lieber das beste draus: Ein paar EPas habt ihr doch bestimmt noch. Da tut sich ein lukrativer Schwarzmarkt auf! Tauscht zweimal Wacheschieben gegen eine Packung vorgekochter Ravioli oder eine Woche Latrineputzen gegen die Zartbitterschoki!

Wenn schon Kriegführen im Auftrag des Kapitals, dann wenigstens mit Geschäftssinn.

Kommentare:

Gina hat gesagt…

Sollte man einen (oder mehrere) Soldaten der Tat verdächtigen, weise ich auf das juristische Hilfsmittel der "Einrede der Notwehr" hin. Damit kommen sie durch. Hundertpro.

Dr. No hat gesagt…

Was es alles gibt... davon hatte ich bis dato auch noch nichts gehört. Ein probates Hilfsmittel, deucht mir - Damit könnte man ja im Prinzip alle militärischen Aktionen rechtfertigen, denn schließlich haben ja immer die anderen zuerst zurückgeschossen oder so.