Donnerstag, 9. Oktober 2008

Gut gebrüllt, Löwin!

Der grünen Hamburger Umweltsenatorin Anja Hajduk scheint die massive Kritik daran, dass die Grünen-Fraktion - entgegen aller Parolen im Wahlkampf - nun doch den Bau des Kohlekraftwerks Moorburg abgenickt hat, allmählich auf die Nerven zu gehen. Es könnte sein, deutete sie vor ihren Parteigenossen an, dass man den Wählern vor dem Urnengang zuviel versprochen habe. Na ja, soll ja mitunter mal vorkommen.

Gleichwohl sprach sie sich für die Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition aus - kaum überraschend, geht es dabei doch auch um ihren Posten. Wörtlich sagte sie: „Wir würden doch keinem Klimaschützer oder dem Klima nützen, wenn wir uns jetzt vom Acker machen.

Stimmt. Aber es nützt dem Klima ja offenbar auch nichts, wenn ihr dableibt.

Kommentare:

CO²-Impi hat gesagt…

Auch auf die Gefahr, nun mein wahres und konservatives Antlitz zu zeigen: Welche Alternativen hätte es denn gegeben? Realpolitik läuft so.

Und abgesehen davon: Womit soll der Energiehunger gestillt werden? Ominöse Offshore-Anlagen von links und Kernenergie von rechts sind beides keine wirklichen Konzepte. Auch wenn es zumindest bei der Windkraft noch kräftig Hoffnung gibt.

Derzeit ist Kohle aber ein wichtiger Faktor im viel beschworenen Energiemix. Und ohne sie werden wir die lebensgefährlichen Kernkraftwerke nicht los.

Energiesparen, dass bleibt die Lösung. :)

Greta hat gesagt…

Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten.
Meinen die Grünen wenn sie es der SPD nachmachen wandern ihnen keine Wähler ab?
DUMM DUMM DUMM! SELTEN DÄMLICH DUMM!
Als die CDU unter Kohl die absolut umweltfreundlichen Aufwindtriebwerke verhindert hat (es geht nämlich sehr wohl ohne atomare Verseuchung und ohne Abgase!) war das nur eine kleine Randnotiz. Wie viele wichtige politische Entscheidungen.
Im Endeffekt erreichen die Grünen damit daß die Linke mehr Wähler bekommt. Warum auch nicht!? Und wer weiß, vielleicht liegt denen ja etwas an unserer Natur wenn schon nicht mehr den Grünen.

juwi hat gesagt…

Das weitere Verfeuern fossiler Energieträger zu propagieren, um damit gegen Atomkraft zu argumentieren, heißt den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu wollen. Beide Energieträger gefährden alle nach uns kommenden Generationen.

Nach menschlichen Maßstäben bemessen stellt radioaktiver Müll "beinahe unendlich lange" eine unberechenbare Gefahr dar. Dabei haben radioaktive Strahler immerhin noch Halbwertszeiten. CO2 hingegen hat keine Halbwertszeit! Da hilft auch kein "verbuddeln" in "unterirdischen Lagerstätten". Die Erde ist kein statisches Gebilde. Geologische Strukturen verändern sich ständig. Das von uns produzierte CO2 bleibt den Erben der heute lebenden Generationen für die Ewigkeit erhalten und wird sie mit klimatisch bedingten Problemen konfrontieren, für die sie uns noch einmal verfluchen werden.

Neue Technologien zur Energieerzeugung und zur Energieeinsparung sind jetzt gefragt. Jetzt! Nicht irgendwann einmal. Die weitere Nutzung der fossilen Energieträger spornt nicht gerade zum Nachdenken über Alternativen an!

Und zum Teufel mit der Realpolitik. Wenn alle in der Mitte herumwursteln können die bald zu einer "Realpolitischen Deutschen Einheitspartei" fusionieren. Mit Demokratie hat das bald nicht mehr viel zu tun. Wer grüne Energie verspricht, aber stattdessen schwarze Kohle durchsetzt, der ist schlicht unglaubwürdig! Basta!! Wenn ich das schon immer höre: "Koalitionszwang". Wenn ein Partner den anderen zwingt, gegen seine Überzeugung zu handeln, dann ist das keine Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe; dann muss man sich eben von dem ehemaligen Partner trennen.

Und noch eine Wahrheit: Wer sich mit dem Teufel einlässt, der verändert nicht den Teufel, sondern der Teufel verändert ihn!