Mittwoch, 28. Januar 2009

Mama, ich will auch so einen!

Eine Meldung des Tages ließ mich herzlich kichern, und ich freue mich, wenn mein trüber Alltag kurz bunt aufleuchtet. Denn eine Umfrage hat ergeben: Die Deutschen wollen jetzt auch einen Obama.

Gut, das ist insoweit verständlich, wenn man einen Blick auf die aktuelle Regierungsbank wirft. Aber was ist an der Meldung nun so lustig? Will ich gerne sagen: Das typisch Deutsche hinter dieser Aussage - sich jemanden zu wünschen, der daherkommt und - zack! - alle Probleme löst oder zumindest erstmal die Probleme überhaupt angeht. Man hätte gerne einen Obama, wählt aber - wenn man es denn überhaupt tut - Merkel, Koch und Wulff. Man wünscht sich, ein kleines bißchen von jenem Schwung abzubekommen, den Obama in den USA entfacht hat; verbringt seine eigenen Abende aber lieber vor der Glotze. Und man möchte dem Geist des "Change", der längst nicht mehr nur Nordamerika, sondern schon die halbe Welt elektrisiert, am Rockzipfel packen; hat aber gleichzeitig Angst vor Veränderungen und hält schon das Rauchverbot für einen unzumutbaren Bruch mit der Geschichte.

Nein, ein deutscher Polit-Messias müsste, und das ist unbedingte Voraussetzung, von irgendwoher einfach auftauchen. Gewählt werden hierzulande nur absolute Gegenparts zu Obama. Und da man den echten Obama ja kaum einbürgern, entführen oder klonen kann, bleibt nur das zu tun, was der Deutsche am besten kann und am liebsten tut: Jammern. Darüber, dass man auch gerne einen Obama hätte.

Aber immer noch besser, als Kaiser Wilhelm wiederhaben zu wollen.

Kommentare:

Impi die Heulsuse hat gesagt…

Ach, nimms mir net übel, ich mag Deinen Blog sehr, aber: So ein Schmarrn.

Das Obamas sich in den hiesigen Parteistrukturen nicht durchsetzen können, ist sicherlich bekannt und richtig. Aber das die Deutschen ständig nur rumjammern ... naja ... das ist allenfalls ein intelektuelles Gehabe der hiesigen Eliten. ;-)

maximilian hat gesagt…

Gibt es in der BRAVO eigentlich noch diese tollen Starschnitte? Wenn wir hierzulande schon keinen Hussein zum Regierungschef wählen können, so würd ich mir doch wenigstens einen aufhängen, an der Wand versteht sich, nicht am Galgen.

Dr. No hat gesagt…

@Impi: Mag ja sein, dass mein Bild des Durchschnittsdeutschen von jahrzehntelanger Kneipenarbeit geprägt ist. Unter den Begriff "Jammern" fasse ich im weitesten Sinne auch Motzen, Nörgeln-aber-nix-tun und das "Die-da-oben-machen-doch-eh-was-sie-wollen"-Denken. Und wenn ich lese, dass die Leute an einem Tag in einer Umfrage angeben, sie wollten auch einen Obama haben und an einem anderen Tag losgehen und ihr Kreuzchen bei Koch machen, dann macht mich das krank. So viel intelektuelles Gehabe gönne ich mir :-)

@maximilian: Maxx...?

maxximilian hat gesagt…

Derselbige^^

Schnapps-Impi hat gesagt…

Wobei ich qualitativ erstmal keinen Unterschied sehe, an einem Stammtisch oder in einem Blog zu nörgeln. Nur das ich bei letzterer Tätigkeit meist einen höheren Blutalkoholwert aufweise. *gg*

Dr. No hat gesagt…

Nein, einen großen Unterschied sehe ich da auch nicht. Aber ich wähle zumindest nicht die Leute, über die ich nörgle, und das ist ja schon mal ein Anfang. :)