Donnerstag, 22. Januar 2009

Wie - das kann man einfach verbieten?

Na also: So einfach kann Politik manchmal sein. An seinem ersten Arbeitstag setzt sich Barack Obama, kaum aufgewacht, hin und ordnet mit einem Federstrich - wie versprochen - die Schließung von Guantanamo an. Dann gießt er sich kurz eine Tasse Kaffee ein, begibt sich wieder an seinen Schreibtisch und verbietet im nächsten Erlass die CIA-Geheimgefängnisse und die Anwendung von Folter. Innerhalb von fünf Minuten hat Obama mehr für die Gerechtigkeit auf der Welt getan als George W. Bush in seinem ganzen Leben.

Auch wenn mir der Obama-Hype mitunter auf die Nerven fällt, wird mir der Mann immer noch ein Stück sympathischer. Das merkte ich schon am Dienstagabend, als ich mir allen Ernstes stundenlang die Parade in Washington angeguckt habe, obwohl ich Paraden ob ihres paramilitärischen Charakters auf den Tod nicht ausstehen kann. Diese aber verlief ungewöhnlich entspannt: Viele Teilnehmer winkten Obama zu wie einem Kumpel und nicht wie einem Präsidenten. Das Marschieren im Gleichschritt haben auch nur die Wenigsten hingekriegt. Und die vorbeimarschierenden Uniformierten wirkten irgendwie wie Fremdkörper.

Auch wenn sich natürlich noch erweisen muss, ob Guantanamo wirklich fristgerecht dichtgemacht wird und ob sich die CIA überhaupt an die neue Order hält: Die ersten Amtshandlungen lassen hoffen. Und gehofft habe ich schon lange nicht mehr.

Bleibt eine Frage, die ich in den letzten Wochen liebend gerne George W. Bush gestellt hätte und immer noch stellen möchte: Wie ist das eigentlich, wenn der Großteil der Menschheit einen abgrundtief hasst und den Moment herbeisehnt, an dem man endlich, endlich verschwindet? Wie fühlt man sich als Dschingis Khan der Neuzeit?

Kommentare:

zeitcollector hat gesagt…

Zu Deiner Abschlussfrage: Die versteht Bush überhaupt nicht! Über so etwas macht der sich keine Gedanken.

Gina hat gesagt…

Bush? Der mit dem W? Er wollte nur seinem Dad, dem ohne W, imponieren. Der Rest war Kollateralschaden.

Ist eigentlich noch niemandem aufgefallen, dass George W Bush dumm wie Brot ist?

juwi hat gesagt…

Jetzt, wo er nicht mehr so beschäftigt ist, hätte er ja eigentlich einmal Zeit die letzten acht Jahre Revue passieren zu lassen. Vielleicht stellt er sich dann ja selbst. Ansonsten sollte das amerikanische Volk ihn wegen Initiierung eines völkerechtswidrigen Angriffskriegs anklagen, sowie wegen des mehrfachen Verstoßes gegen die Menschenrechte (Guantanamo etc.)

Gina: Dumm wie Brot? Also: Das grenzt jetzt aber hart ein eine Beleidigung unseres wichtigsten Grundnahrungsmittels.