Mittwoch, 6. August 2008

Von China lernen heißt Pressearbeit lernen

Das Bild, das das Internationale Olympische Komitee seit geraumer Zeit abgibt, ist ja bekanntlich extrem erbärmlich. Ich will mich jetzt gar nicht auf Figuren wie Michael Vesper stürzen, der schon einiges an Schelte (aber nicht genug) einstecken musste, bloß weil er im Auslandsjournal die Pressezensur in Peking mit dem Verbot von Naziseiten in Deutschland gleichgesetzt hat. Hat er ja eigentlich ganz anders gemeint, der Michi.

Nein, ich möchte auch mal etwas Positives zum Komitee vermelden. Zur IOC-Vollversammlung am gestrigen Dienstag in Peking wurden nur 30 ausgewählte Journalisten zugelassen, TV-Kameras waren verboten - die Olympia-Dachorganisation verhält sich damit schon ganz wie der Olympia-Ausrichter. Ist es nicht schön zu hören, dass die Institution offenbar durchaus lernfähig ist? Man muss sich nur mächtige Vorbilder suchen.

Vielleicht wollten die IOC-Mitglieder aber auch einfach nicht dabei gefilmt werden, wie sie sich angesichts des zu erwartenden Reibachs den Sabber aus dem Mundwinkel wischen. Denn die Vermarktung der Spiele spült dem IOC über fünf Milliarden Dollar in die Kassen - weit mehr als bei der letzten Olympiade und so viel wie nie zuvor.

Irgendwie, so deucht mir, könnte das einiges erklären. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Kommentare:

buchstaeblich hat gesagt…

Ich fühle ich bestätigt in meinem Vorhaben, den Scheiß so weit wie möglich zu ignorieren. Wer sich so daneben aufführt, sollte nicht mit Aufmerksamkeit belohnt werden - das habe ich bei der Dackel-Nanny im Fernsehen gelernt.

Dr. No hat gesagt…

...und außerdem isses langweilig, Leuten beim Im-Kreis-laufen zuzugucken. Nein, in die Glotze kommt mir der Mist auch nicht - aber wenn ich mich über diese aberwitzigen Peinlichkeiten nicht ab und zu im Blog auslasse, platze ich vermutlich.