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Freitag, 25. Februar 2011

Ohne Mampf kein Kampf

Ein schwerer Schlag für die deutschen Kriegsanstrengungen: Im Bundeswehrverpflegungsamt, beheimatet weitab von der Ostfront im beschaulichen Oldenburg, hat es gebrannt - eine ganze Halle mit Feldrationen ist zerstört worden. Tausende Büchsen Dosenbrot, Hartkekse und Kaffeeextrakt mit Haltbarkeit bis 2178 futsch! Müssen die Soldaten jetzt hungern? Ist in Kunduz womöglich bereits die erste Kuh requiriert worden? Oder ziehen die Truppen sogar schon plündernd und marodierend durch den Hindukush? Und die wichtigste Frage: Muss der Einsatz nicht spätestens jetzt abgebrochen werden? Es wäre schließlich nicht der erste Feldzug in der Geschichte, der an Verpflegungsproblemen scheitert.


Dienstag, 3. August 2010

Las Cucarachas, las cucarachas ...

... ya no pueden caminar *dumdidum*. Kachelmann berichtet von den Qualen seiner Haftzeit im Zuchthaus auf der Teufelsinsel:

(via gmx)

Außerdem war das Brot schimmlig, das Wasser brackig und die Wächter haben dauernd ihren Knüppel an den Gitterstäben entlangrasseln lassen. Zudem war sein Zellenkollege ein zwei Meter großer und 150 Kilo schwerer Glatzkopf namens "Bubba". Und alle paar Tage wurde er in die Dunkelzelle geworfen.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Everybody draw Mohammed

Heute ist der "Everybody draw Mohammed Day", und auch wenn die Dame, auf die die Idee zu dieser Aktion zurückgeführt wird, selbige nachdrücklichst dementiert und sich bei Gott und der Welt dafür entschuldigt hat, dass sie überhaupt existiert, möchte ich mich nicht lumpen lassen. Hier also mein offizieller Beitrag:



Bomben- und Morddrohungen sowie Fatwas bitte an folgende, eigens eingerichtete Mailadresse senden: heulsusen@72jungfrauen.com. Vielen Dank.

Samstag, 13. März 2010

Hm - sieht aus, als wäre er mit einer Nazikeule erschlagen worden

Wenn es darum geht, ob etwas witzig war oder nicht, wird immer gerne Kurt Tucholsky bemüht. "Was darf die Satire?", fragte der Journalist und Autor einst und lieferte die Antwort gleich mit: "Alles." Hätte es seinerzeit schon den Bayerischen Rundfunk gegeben, hätte er hinzufügen können: "Aber nicht überall." Denn der Sender schneidet einen halbgaren, gegen Guido Westerwelle gerichteten Nazivergleich des  Schauspielers Michael Lerchenberg in der Fastenrede zum Starkbieranstich am Nockherberg mal eben raus, der Redner wird geschasst - und der spaßbefreite Spaßparteichef hat endlich ein Alibi, nicht mehr zur traditionellen Politikerschelte kommen zu müssen.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Orgien! Wir wollen Orgien!

Beim Jupiter! Gerade lag ich, lässig in meine Toga gewickelt, auf meinem triclinum und ließ mich von meinem Leibsklaven, dem Ein-Sesterzen-Arbeiter Hartzus Quartus, mit Weintrauben füttern, da hörte ich vom nahegelegenen Forum aus wieder mal den pockennarbigen Senator Guidius Occidentfluctus seine üblichen Hasstiraden schwingen gegen jeden, der weniger Geld besitzt als er. Das Reich sinke in Dekadenz herab, brüllte der irre Prediger, würde der Plebs weiterhin nur so mit Gold überhäuft. Potzblitz, dachte ich, richtete mich mühsam auf, rückte meinen Lorbeerkranz zurecht und schob die in Auerochsfett gebratenen Kaldaunen beiseite - Dekadenz, das klingt ja gar nicht gut. Vielleicht sollte ich Hartzus Quartus' Regelsatz kürzen und dafür die Dosis der täglichen Peitschenhiebe erhöhen.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Schon vor dem Gebührenfahnder GEZittert?

Unter Umständen steht das Ende einer weiteren Ära bevor: Die Länder denken über eine Abschaffung der geräteabhängigen Rundfunkgebühr nach, die durch eine "Medienabgabe" pro Haushalt ersetzt werden soll. Darüber werden sich unzweifelhaft all diejenigen freuen, die ihren Fernseher schon vor langer Zeit abgeschafft haben, weil nur noch Schwachsinn ausgestrahlt wird: Sie dürften künftig genauso zur Kasse gebeten werden wie die TV-Junkies, die keine Folge von "Marienhof" verpassen. Viel tragischer ist aber etwas anderes - nämlich dass dies das Aus für eine der - wie ich finde - schönsten Urban Legends bedeuten würde: Der über die berüchtigten Peilwagen der GEZ, die von der Straße aus feststellen können, ob in der Wohnung im siebten Stock die Glotze an ist, was für ein Programm läuft und ob sich der Bewohner gerade auf einen RTL-Fickfilm einen wedelt.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Smoking with the Wind of Change

Pflanzen mögen es ja angeblich, wenn man mit ihnen spricht und/oder sie mit Musik berieselt. Ob allerdings die Art der Musik auch Einfluss auf das Gedeihen der Pflanze hat und wenn ja, welchen - das entzieht sich momentan meiner Kenntnis. Vielleicht kann man den Bonsai auf der Anrichte ja mit regelmäßiger Wagner-Beschallung zu einer deutschen Eiche mutieren lassen. Der Dopebauer in Hamburg, den die Polizei heute hopsgenommen hat, hat in dieser Hinsicht aber mit Sicherheit alles falsch gemacht: Er spielte seinen Marihuanapflänzchen Musik von den "Scorpions" vor. Von den "Scorpions"! Dabei weiß doch jeder, dass Bob Marley hier das Mittel der Wahl gewesen wäre.

Freitag, 2. Oktober 2009

Machtgeile Tölen

Was heutzutage so alles über den Ticker kommt... Der Hund des französischen Ex-Präsidenten Jacques Chirac hat den Verlust der politischen Macht offenbar schlecht weggesteckt und sein Herrchen seither mehrfach gebissen, weshalb sich der Altstaatsmann nun von seinem Schosshündchen trennte. Oder andersrum? Es war wohl einfach nicht mehr wie damals, als man noch jung war und sich auf einer Hundeausstellung kennenlernte. Und dann kam wohl eines zum anderen. "Als Jacques in die politische Bedeutungslosigkeit abrutschte, verlor er jede Anziehungskraft", sagte der unglaublich französisch aussehende Köter mit dem unglaublich unpassenden Namen "Sumo" zu Boulevardjournalisten: "Das hat unser Zusammenleben auf Dauer belastet." Sumo zieht sich nun in eine Land-WG zurück, wo er mit Töpfern und Klangschalentherapie versucht, zu innerer Stärke zurück zu finden.

Samstag, 26. September 2009

Captain, die Scanner erfassen einen Riss im Politik-Wahlkampf-Kontinuum

Ich teile ja nicht die Befürchtungen, dass der Teilchenbeschleuniger im Forschungsinstitut CERN, der demnächst wieder hochgefahren wird, tatsächlich die Erde vernichten wird. Ich habe viel, sehr viel mehr Angst davor, dass sich dieses NPD-Plakat aufgrund des ihm innewohnenden immensen Logik-Paradoxons in ein schwarzes Loch verwandelt.

Freitag, 14. August 2009

Populismus, Popularität und Politikerpopos

Bevor ich nun ins Wochenende verschwinde, gibt's noch was Gutes von Hagen Rether - und vor allem endlich mal wieder was Neues, nicht schon ein paar Dutzend mal Gehörtes:



Bis Montag in alter Frische, wie man in festen Beschäftigungsverhältnissen des öfteren zu hören bekommt - ich also nicht, hehe.


Gefunden bei Roman, mit bestem Dank an jemanden namens "Chickenfood".

Samstag, 25. Juli 2009

See you later, alligator

"Was macht eigentlich..." ist ja eine beliebte Frage in manchen Medien, mit der man mit möglichst wenig Aufwand eine halbe Seite oder noch mehr füllen kann. Warum soll das nicht auch hier klappen? Also, liebe Leser der Wochenendausgabe von Leben.Universum.Rest: Was macht eigentlich... Günther Beckstein? Die Antwort: Dummes Zeug reden.

Und außerdem in Urlaub fahren. Florida war's, wo der Totengräber der CSU - der leider meines Wissens immer noch keine Medaille für die Einführung des Mehrparteiensystems in Bayern bekommen hat - mit seiner Frau paddeln ging und dabei mit dem Boot kenterte; vermutlich, weil er mehr als zwei Maß Bier getrunken hat. Die dpa zitiert ihn wie folgt:
"'Um ein Haar wäre ich von einem Alligator gefressen worden.' Glücklicherweise habe aber keines der Tiere angegriffen. 'Das war spannend. Echt toll.'"
Jaja. Um ein Haar hätte ich gestern einen tödlichen Autounfall gehabt. Glücklicherweise bin ich aber gar nicht erst losgefahren.

Ich freue mich ja schon auf die Berichte über seine nächsten Reisen. Beckstein will im Herbst nach Tibet, wo er vermutlich um ein Haar vom Mount Everest stürzen, glücklicherweise aber gar nicht erst hinaufsteigen wird. Das wird spannend. Echt toll.

Montag, 2. März 2009

Vom Kindheitstraum zum Unterhaltungs-Alptraum

Als ich unlängst durch die Gänge eines Elektronik-Marktes schlenderte, fiel mir die Verpackung eines Computerspiels ins Auge; eines Simulators, um genau zu sein. Gemeint ist allerdings nicht der altehrwürdige "Flight Simulator" von Microsoft, das einzige ihrer Produkte, das offenbar tadellos funktioniert - nein, gemeint ist etwas viel Schrägeres: Ein Gabelstapler-Simulator! Und als ich näher hinschaute, stellte ich zu meinem größten Erstaunen - um nicht zu sagen: Entsetzen - fest: Er ist nicht allein. Eine ganze Legion an Programmen hat sich aufgemacht, das öde Arbeitsleben in Form eines Spieles zu präsentieren:
  • Gabelstapler-Simulator
    Erleben Sie den unglaublichen Thrill, Euro-Paletten von A nach B zu transportieren. In den höheren Schwierigkeitsstufen sind die auch noch wackelig bepackt worden! Arbeiten Sie in der dritten Dimension, wenn Sie die Pakete in Hochregale befördern müssen! Lassen Sie sich vom Vorarbeiter anbrüllen! Heimsen Sie Bonuspunkte ein, indem Sie Zeitarbeiter, die durch die Gänge irren, weil sie sich an ihrem neuen Arbeitsplatz noch nicht auskennen, gnadenlos überfahren! Antworten Sie Ihrer Frau, die Ihnen zuruft, Sie sollen doch endlich mal aufhören, dauernd vor der blöden Kiste zu sitzen: "Geht nicht, muss Überstunden machen!"
  • Landwirtschafts-Simulator
    Übernehmen Sie die Rolle eines Jungbauern, der nie gefragt wurde, ob er den elterlichen Hof überhaupt übernehmen will. Erfahren Sie am eigenen Leib die grenzenlose Eintönigkeit, wenn Sie mit einem Mähdrescher ein Feld abfahren. Immer hin und her. Hin und her. Hin und her. Hin und... verstehen Sie, warum Bauern gerne eine Pulle Korn in Reichweite haben? Aber das ist noch nicht alles! Misten Sie Ställe aus und freuen Sie sich, dass es nicht stinkt! Ach, tschuldigung, dieses Feature gibt es gar nicht. Dafür aber einen Karrieremodus: Steigen Sie zum Schützenkönig des Dorfes auf! Kaufen Sie immer größere Maschinen! Beantragen Sie EU-Subventionen! Erreichen Sie das Ziel des Spiels: Nur noch von Subventionen zu leben und gar nicht mehr immer hin und her fahren zu müssen!
  • Bagger-SimulatorNein, das ist kein Spiel, mit dem Sie Ihre Wirkung auf das andere (oder auch gleiche) Geschlecht optimieren können. Es geht hier tatsächlich um die Bedienung eines Baggers! Sogar bis hin zu einem Braunkohlebagger, für diejenigen mit zu klein geratenem Fortpflanzungsorgan. Zerstören Sie damit eigenhändig ganze Landschaften! Aber auch kleinere Modelle sind verfügbar: Spannung pur beim Ausheben eines Abwasserkanals! Arbeiten Sie unter Zeitdruck! Versuchen Sie, die drei Schaufeln zu koordinieren, die vor Ihren Augen tanzen, nachdem Sie mit den Kollegen in der Mittagspause eine Kiste Bier plattgemacht haben. Fahren Sie zum Feierabend mit Ihrem Bagger über die meistbefahrenen Straßen der Stadt und sammeln Sie Bonuspunkte durch möglichst originelle Flüche, die Ihnen Autofahrer zurufen! Lästern Sie abends in der Kneipe über den Baustellenleiter und darüber, dass Sie das alles besser könnten! Fragen Sie sich, warum Sie als Junge ausgerechnet von diesem Beruf geträumt haben.
  • Bus-SimulatorFühlen Sie sich einmal wie ein echter Busfahrer. Stellen Sie sich der Herausforderung, eine Bushaltestelle nach der anderen anzufahren. Vergessen Sie keine! Wenn Sie es schaffen, pünktlich einzutreffen, gibt es Bonuspunkte. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm. Und das ist nicht alles: Drängeln Sie sich schamlos durch den Verkehr - immer daran denken: Sie sind stärker! Lassen Sie alte Damen im Regen stehen! Sehen Sie im Rückspiegel, wie ein verspäteter Fahrgast angerannt kommt, und machen Sie im allerletzten Moment die Tür zu und fahren los (je knapper, desto mehr Punkte). Werfen Sie heulende Kinder, deren Monatskarte gerade heute abgelaufen ist, erbarmungslos hinaus (je mehr Kilometer bis nach Hause, desto mehr Punkte).
  • Müllabfuhr-SimulatorNein, das denke ich mir nicht aus, den gibt es wirklich. Steuern Sie verschiedene Arten von Müll-Lastwagen durch die Straßen und halten Sie alle paar Meter an. Sie steuern auch die Müllmänner! Nehmen Sie die Mülltonnen, hängen Sie sie in die Kippvorrichtung ein und leeren sie. Bringen Sie sie anschließend wieder zurück! Wiederholen sie diesen Vorgang 500 Mal. Dann essen Sie eine Stulle und machen weiter. Wenn Sie fertig sind mit spielen, duschen Sie eine Dreiviertelstunde lang.

Und das ist noch längst nicht alles, was die Simulatorbranche aus ihrem Schoß gedrückt hat. Es gibt unter anderem noch den Kran-Simulator, den Angel-Simulator (vielleicht mit Beiheft "Anglerlatein") und - mein absoluter Favorit! - den U-Bahn-Simulator. Nicht nur, dass man wie bei anderen Zugsimulatoren nicht zu lenken braucht und stoisch vorgegebene Geschwindigkeiten einhalten muss: Man sieht auch nichts! Fahren Sie stundenlang durch stockdunkle Tunnel! Halten Sie an, wenn Sie Licht sehen (aber gehen Sie nicht hinein)! Beobachten Sie auf dem Überwachungsbildschirm, wie sich Jugendliche im hintersten Waggon prügeln. Überfahren Sie ab und zu einen Selbstmörder - Sie können ja eh nichts dagegen tun!

So, und nun mal im Ernst: Wer kauft sich so was? Das Geschäftsmodell scheint ja zu florieren, also muss es Käufer geben. Ich kann mir ja bis zu einem gewissen Grad vorstellen, dass diese Dinger als Spaßgeschenke Verwendung finden. Aber so oft, dass sich die Herstellung lohnt...? Vielleicht schenken manche Väter so etwas ihren Kindern, in der Hoffnung, damit bestimmte Berufswünsche in ihre Köpfe zu pflanzen, bevor sie auf die Idee kommen, studieren zu wollen. Erschreckend. Da kann ich nur hoffen, dass diese Kinder auf die übliche Art auf diese Form elterlicher Wunschvorstellung reagieren - und das komplette Gegenteil machen.

Nur für den Bagger-Simulator habe ich eine schlüssige Erklärung: Leute, die als Junge davon geträumt haben, Baggerfahrer zu werden, wollen irgendwann wissen, wie das eigentlich so wäre, hätten sie diesen Beruf ergriffen.

Und nach dem Spielen des Bagger-Simulators wissen sie ihr reales Leben wieder richtig zu schätzen.

Samstag, 10. Januar 2009

Ich sehe was, was ihr nicht seht

Bislang dachte ich immer, wenn ich den Namen "Nostradamus" gehört habe, dass sich nur Esoterik-Ufo-Geistergläubige, ihre behandelnden Psychiater sowie die Redaktion von Galileo Mystery für diese historische Figur interessieren.

Ich hatte ja keine Ahnung, was für ein großer Hellseher der Mann tatsächlich war. Denn die Herausgeber eines recht umfangreichen Magazins, das mir heute neben der Kiosk-Kasse ins Auge sprang, teilten mir auf der Titelseite mit, dass sie aufgrund von Nostradamus' Prophezeihungen in der Lage sind, die Entwicklungen vorauszusehen, die 2009 auf die Menschheit zukommen. Als da wären:

Krieg, Hunger, Wirtschaftskrisen und Umweltzerstörung.

Donnerwetter. Wer konnte das ahnen? Ich verneige mich in Ehrfurcht vor diesen seherischen Fähigkeiten.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

"So wird 2009", würde die Blödzeitung schreiben

Wer "A" sagt (wie etwa "Adieu 2008"), sollte auch "B" sagen (wie z.B. "Bitte nicht noch so ein Scheißjahr"). Letztlich ist es ja nur konsequent, nachdem es im vorangegangenen Posting eine Art von Rückblick gab, nun auch einen Blick ins kommende Jahr zu werfen. Macht ja auch das letzte Feld-, Wald- und Wiesenblatt. Die Zahl "Fünf" hat sich als ganz brauchbar erwiesen - alsdann: Das Jahr 2009 in fünf Punkten.
  • Andrea Ypsilanti, mit Fackeln und Mistforken aus Hessen vertrieben, tritt als SPD-Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl an, nachdem Frank-Walter Steinmeier über Murat Kurnaz gestolpert ist. Obwohl sie vorher geschworen hat, niemals mit den Verfassungsfeinden von der FDP auch nur zu sprechen, schließt sie nach der Wahl plötzlich eine schwarzrotgelbe Koalition nicht mehr aus. Das interessiert aber niemanden, da die SPD an der Fünfprozenthürde gescheitert ist. Neuer Parteivorsitzender wird ein gewisser Bonifatius Müller-Klöbner-Schimmelpfennig.
  • Den hauptberuflichen Euphemismus-Erfindern der Bundesregierung ist es immer noch nicht gelungen, einen netteren Ausdruck für "Weltwirtschaftskrise" (Ex-"Finanzmarktkrise"-ex-"Bankenkrise"-ex-"US-Immobilienkrise") zu finden. Das macht aber nichts, sie haben noch ein paar Jahre Zeit dafür - denn Experten sagen, die Krise sei noch lange nicht überstanden. Andere Experten sagen hingegen, es habe gar keine Krise gegeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück garantieren den Bundesbürgern derweil, dass ihre CD-Sammlungen sicher sind.
  • Um die Konjunktur anzukurbeln, erlässt das Kabinett ein Gesetz, durch das jeder, der sich bis zum 31. Januar ein Mehrfamilienhaus kauft, für ein halbes Jahr von den Müllgebühren befreit wird. Unterdessen werden weite Teile Bremerhavens abgerissen, um Platz für noch ein paar Millionen nicht verkaufte Autos zu schaffen. Die deutsche Wirtschaft schwenkt um, Hauptexportartikel werden elektronische Zigaretten. Dennoch bricht das System zusammen, als Sabine Bätzing vorschlägt, eine 0,0001-prozentige Steuer auf Bier zu erheben. In der darauf losbrechenden Revolution wird die gegenwärtige Regierung hinweggefegt, zwei Tage später aber unverändert wieder eingesetzt, da die Anführer der Revolution zu dem Schluss gekommen sind: "Wir als kleine Bürger können ja eh nichts machen."
  • Die Deutsche Hochseeflotte besiegt in einer gnadenlosen und ruhmreichen Entscheidungsschlacht die Flotte der Piraten vor Somalia. Zwei einsame Fregatten setzen sich mit genialer Taktik und übermenschlicher Leistung der Besatzungen gegen eine vielfache Übermacht von Piraten-Tretbooten durch. Der Tag der Schlacht wird zum staatlichen Feiertag erklärt, die Kinder bekommen schulfrei und müssen Matrosenanzüge tragen. In Wilhelmshaven wird ein neues Marine-Ehrenmal eingerichtet. Die Marine blickt aber schon in die Zukunft und bestellt weitere 342 Fregatten und 2138 Korvetten.
  • Nachdem Barack Obama von durchgeknallten Rassisten und Hillary Clinton von einem durchgeknallten Republikaner dahingemeuchelt worden sind und John McCain einen Herzinfarkt erlitten hat, wird Sarah Palin doch noch US-Präsidentin. Als erste Amtshandlung lässt sie den Mann verhaften, der ihr damals beim High-School-Abschlussball einen Korb gegeben hat. Anschließend erklärt sie diesem merkwürdigen Land namens "Russland" oder so ähnlich den Krieg, weil es ihr von ihrem Ferienhaus in Alaska den Ausblick auf die freie See nimmt. Dafür wird der Krieg im Irak beendet, da ein Großteil des Staatshaushaltes für Kleider und Kosmetik draufgeht. Ihre Tochter verdonnert Palin dazu, jedes Jahr ein Kind zu bekommen, um sich von der Sünde des vorehelichen Verkehrs reinzuwaschen.
In diesem Sinne: Zwar bin ich mir vollkommen im Klaren darüber, dass Silvester ein Tag wie jeder andere ist und es nicht die geringsten Anhaltspunkte gibt zu glauben, dass sich von heute auf morgen irgendetwas ändern sollte.

Da ich aber nicht nur mit Stöckchen, sondern auch gerne mit Floskeln um mich werfe und mich dem gesellschaftlichen Druck kaum entziehen kann, sei allen, die dies lesen, hiermit viel Glück im neuen Jahr gewünscht. Wir werden viel davon brauchen.

Montag, 24. November 2008

Pirates reloaded

Die Deutschen erweisen sich ja als erstaunlich effizient im Kampf gegen die Seeräuber. Bereits zum zweiten Mal hat die Bundesmarine vor dem Horn von Afrika Piraten in die Flucht geschlagen - durch ihr bloßes Erscheinen. Diese friedfertige Art der Piratenbekämpfung lobe ich mir. Allerdings bewahrheitet sich dadurch einmal mehr, dass mangelnde Bildung Nachteile im Beruf mit sich bringt.

Denn: Wüssten die Piraten, dass die Soldaten der Bundesmarine überhaupt nicht eingreifen dürfen, könnten sie ja auch völlig unbeeindruckt die Kaperung durchziehen. Und den Hubschrauberpiloten anschließend die Zunge rausstrecken. So aber haben sie den Sprit für ihr Motorboot umsonst verbraucht. Und bei den heutigen Energiekosten kann das kleinen und mittelständischen Seeräuberunternehmen schnell das Genick brechen.

Vielleicht haben sie ja deswegen den Supertanker gekapert...?

Donnerstag, 13. November 2008

Uri Geller und das außerirdische Ü-Ei

In der Reihe "Comebacks, die die Welt nicht braucht" tingelt seit einiger Zeit wieder Uri Geller durch's Fernsehen und nimmt nun offenbar in Talkshows den Platz ein, den die zeitweise omnipräsente Nina Hagen dankenswerterweise geräumt hat. So auch am Dienstag bei Kerner, wo er erklärte, wie er als Fünfjähriger zu seinen mentalen Fähigkeiten kam: "Irgendwas traf mich an der Stirn und warf mich ins Gras. Ich weiß nicht, was es war..." - Ich schon. Erwas schweres und sehr hartes, vermute ich.

Aber seine mentale Kraft sollte man nicht unterschätzen. Auch wenn er nicht mehr alle Löffel in der Schublade hat, vermag er es doch immerhin, meinen Computer in einer Art und Weise zu bestrahlen, dass sich der Player der ZDF-Mediathek, in dem ich mir die Kerner-Auszüge angetan habe, nicht mehr schließen lässt. Vielleicht hängt das mit dem golden angesprühten Überraschungsei vom Planeten Finkelwurbelwix zusammen, das er dabei hatte. Jedenfalls bin ich nun dazu verdammt, den Quark bis zum bitteren Ende anzuschauen. Ich hoffe, ohne allzu große geistige Schäden davon zu tragen...

Samstag, 25. Oktober 2008

Blog-Probleme? Damit ist nicht zu spaßen!

Bloggerstarre, die [paralysis weblogans]: Zivilisationskrankheit, erstmals beschrieben 2008 von Dr. med. No.

Definition: Die B. befällt ausschließlich internetaffine Personen, die aktiven Kontakt zu sog. Weblogs haben. Die B. kann akut anfallartig auftreten und nach wenigen Tagen von selbst verheilen. Es besteht bei wiederholtem Auftreten derartiger Anfälle allerdings die Gefahr einer chronischen Erkrankung, die zum Verlust jeglicher Blogaktivität führen kann.

Pathogenese: Reizüberflutung, Overkill an bloggenswerten Themen in Verbindung mit arbeitsbedingt drastisch eingeschränkter Freizeit.

Epidemiologie: geschlechter- und altersunabhängig, schwerpunktmäßig offenbar Personen über 25 J., die sich verstärkt mit politischen und gesellschaftlichen Fragen beschäftigen.

Einteilung:
1. leichte B.: Verringerung der Posting- und Kommentierungsfrequenz, Anfälle von Lustlosigkeit, Schwierigkeiten beim Ausdenken von Überschriften.
2. schwere B.: Minimale Postingaktivität, Einstellung von Kommentierungen, schwere und lang andauernde Phasen von Lustlosigkeit, psych. Druckgefühle, Verwirrungszustände.
3. chronische B.: Einstellung jeglicher Postingaktivität, Verwahrlosung des Blogs.

Lokalisierung: Gehirn; in einigen Fällen auch rein psychisch bedingt.

Diagnose: Patient wirkt lustlos und klagt über eine gewisse gedankliche Leere; P. zeigt Drang zum verstärkten Sinnlos-Surfen. Technorati-Wert sinkt rapide. Klagt der P. über ein Gefühl des "Unter Druck stehens", handelt es sich zumeist schon um einen schweren Fall der B.

Prävention: Science-Fiction-Serien schauen, Belletristik lesen, Medienkonsum reduzieren, Rotwein.

Therapie: Regelmäßiger Kontakt mit frischer Luft, Nachrichtensendungen und andere Blogs vorübergehend meiden, Katzen.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Es ist eben auf niemanden mehr Verlass . . .

Wenn ich eines hasse*, dann sind es Besucher, die sich zu einem festen Termin angekündigt haben und dann einfach nicht erscheinen. Jawohl, IHR seid gemeint, Außerirdische von der "Föderation des Lichts"! Erst groß herumposaunen, dass ihr an diesem Dienstag landen wollt, außerdem 'ne große Lippe riskieren von wegen "Wir bringen euch Hoffnung" und so weiter - und dann? Nix Landung! Unentschuldigt gefehlt! Ihr hättet euch doch wenigstens bei eurem Medium Blossom Goodchild abmelden können. Die Ausrede "Anrufbeantworter war voll" zählt nicht, schließlich könnt ihr sie telepathisch erreichen.

Mist, mist, mist. Ich habe den ganzen Tag gewartet, wollte euch in meiner Eigenschaft als Abgesandter Nordwestdeutschlands begrüßen und euch eine Liste mit Namen von Leuten übergeben, die meiner Meinung nach nicht angetan sind, Hoffnungen zu wecken, auf dass ihr sie mit euren Strahlenkanonen vaporisiert. Sie passte sogar auf nur eine Klopapierrolle. (Eigentlich wollte ich auch zur Landestelle kommen, aber da eure Kontaktleute sich nicht sicher waren, ob diese in Wales, Alabama oder im Ural liegt, habe ich mal davon abgesehen.)

Also: Nächstes Mal bitte kommen oder rechtzeitig absagen, bevor ihr die halbe Welt kirre macht. Oder wenigstens die halbe Welt der Ufo-Freaks.





*Diese Formulierung trifft eigentlich nicht wirklich zu, denn ich hasse eine ganze Menge Dinge. Aufmerksamen Lesern dieses Blogs wird das nicht entgangen sein.