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Dienstag, 22. Februar 2011

Ein Versuch macht kluch. Oder gar einen Akademiker.

So. Das soll's jetzt also gewesen sein? Guttenberg verzichtet auf seinen Doktortitel - großmütig, wie man als Adliger nun mal dem niederen Volk gegenüber von Zeit zu Zeit sein sollte? Entschuldigt sich bei seinem Doktorvater und seinen Parteigenossen für die Scherereien und macht da weiter, wo er vor ein paar Wochen aufgehört hat - bei der Medienkooperation "Germany's Next Chancellor"? Deklariert "abstruse Vorwürfe" zu "eigenen Fehlern" um und lässt wieder sein Sunnyboylächeln in jede Kamera blitzen? Gehe nicht ins Gefängnis, gehe zurück auf Los - sollte dies das Leitmotiv der 2010er Jahre werden: "Man kann's ja mal versuchen"? Denn darauf läuft es hinaus - Bescheißen in der Hoffnung, dass es keiner merkt; und wenn doch, ist's ja auch egal.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Karl-Theodor, ich will ein Kind von dir!

Tja, Gutti bleibt zurzeit wirklich nichts erspart: Bei der Bundeswehr reiht sich Skandal an Skandal, dann verliert er den Titel des "Oldenburger Grünkohlkönigs" - und schließlich kommt auch noch heraus, dass er Teile seiner Doktorarbeit offenbar geaxolotlroadkillt hat. Harte Zeiten für den Jet-Set-Minister, der erst einmal zu seiner Fangemeinde nach Afghanistan flieht - früher ist man, wenn man seiner Ehre verlustig gegangen ist, wenigstens noch zur Fremdenlegion gegangen, aber heute sind die Kerle ja alle so verweichlicht. Sei's drum - am Hindukush muss er wenigstens nicht mitkriegen, dass ihm langsam selbst die treuesten seiner Hofpostillen fahnenflüchtig werden. Bevor sich nachfolgende Generationen also nicht mehr vorstellen können, wie unfassbar schleimig der Mann mit dem Gel-Helm einst gebauchpinselt wurde, möchte ich schon jetzt für die Nachwelt den wohl arschkriecherischten Artikel der jüngeren Mediengeschichte dokumentieren. Vorhang auf für das nördlichste CSU-Fanzine der Republik, das sich als Regionalzeitung tarnt.

Montag, 24. Mai 2010

Herbeigepupster Klimawandel, Beta-Version

Bei allem, was am Ende richtig funktionieren soll, gibt es erst einmal Testläufe in irgendeiner Form: Einen Prototypen, eine Generalprobe oder eine Beta-Version. Nur konsequent, dass da auch das größte Projekt der Menschheit, nämlich das Weltklima nachhaltig zu versauen, offenbar schon einmal fleißig geprobt wurde: Vor 13.000 Jahren nämlich, als in einem großangelegten Feldversuch sämtliche amerikanischen Mammuts ausgerottet wurden. Deren Fürze sollen den Planeten bis dahin nämlich schön warmgehalten haben, wie US-amerikanische Forscher (wer sonst) jetzt mitteilten.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Hauptsache gesund!

Höret nun die frohe Weihnachtsbotschaft: Das neue Jahr, sagte der Zukunftsforscher Horst Opaschowski, werde "schwere Verteilungskämpfe" mit sich bringen. Davon gehe ich ebenfalls aus, auch ohne Blick in die Kristallkugel. Und ich gehe gar einen Schritt weiter und prognostiziere: Diese Verteilungskämpfe werden samt und sonders von den oberen Gesellschaftsschichten gewonnen werden.

Donnerstag, 19. November 2009

Endlich: Hoffnung für Neonazis!

US-amerikanische Wissenschaftler gaben bekannt, dass sie nur noch zehn Jahre davon entfernt seien, ein funktionierendes künstliches Gehirn zu entwickeln. Der digitale Dr. Frankenstein bei IBM, Dharmendra Modha, teilte mit, dass dieses Computerhirn dann auch lernfähig sein soll. Was man von vielen Menschen ja nicht behaupten kann - und für Nazis ist das doch wirklich mal ein Licht am Ende des sehr langen, äußerst dunklen und höchst schmalen intellektuellen Tunnels, in dem sie ansonsten umherirren. Und für alle anderen, die sich mit diesen Flachpfeifen herumärgern müssen, auch.

Freitag, 4. September 2009

Herr Doktor - Klötzchen, überall Klötzchen!

Das ist mal ein interessanter Therapieansatz: Das Spielen von Tetris kann traumatisierten Menschen dabei helfen, die von durch schlimme Erlebnisse hervorgerufenen Erinnerungsanfällen - also Flashbacks - betroffen sind. Versuchen an einem neurowissenschaftlichen Institut zufolge kann das Spiel dabei vorbeugend wirken. Allerdings sehe ich dabei einen klitzekleinen Haken: Intensives Tetrisspielen kann ebenfalls traumatisierend wirken. Wer schon mal davon geträumt hat, von überdimensionalen bunten Klötzchen erschlagen zu werden, weiß, was ich meine. Um das dann wieder loszuwerden, muss man vielleicht was anderes spielen - vermutlich Solitär.

Donnerstag, 26. Februar 2009

Ich, der unbelehrbare Evoluzzer

Endlich einmal eine Petition, die zu unterschreiben sich lohnt: Die Giordano-Bruno-Stiftung schlägt vor, Christi Himmelfahrt durch einen Darwin-Feiertag zu ersetzen. Hmm - statt der Vorstellung, dass vor 2000 Jahren ein vom Staat hingerichteter Guru wenige Tage nach seinem Tod unter Fanfarenklängen anfing, plötzlich immer höher zu schweben und durch ein güld'nes Tor in ein imaginäres Reich, das sich über eine erkleckliche Anzahl von Wolken erstreckt, eingelassen worden sei, sollen wir also lieber einer der wichtigsten wissenschaftlichen Theorien der Menschheitsgeschichte gedenken? Da muss ich mal kurz drüber nachdenken.


(0,047 Sekunden später) OK, bin dabei. Das Risiko, dafür von einem Blitz erschlagen zu werden, gehe ich ein. Zur Einstimmung gibt es etwas leichte Musik.

Freitag, 18. Juli 2008

Schatz, haben wir noch irgendwo Problemlösungs-Pillen?

Wer kennt das nicht: Da will (oder muss) man einen möglichst interessanten Text formulieren, etwa für seinen Blog, oder man braucht bei der Arbeit dringend eine zündende Idee - aber es fällt einem partout nichts ein. Das muss nicht sein, schließlich gibt es Mittelchen dagegen - meint die Pharma-Industrie und will uns nun ihre Demenz-Medikamente als Gehirn-Turbolader verkaufen, die die grauen Zellen ordentlich auf Trab bringen sollen.

Dass sich ein Wirkstoff, der gegen Alzheimer eingesetzt wird, auch als Mittel zur Verbesserung der "normalen" Gedächtnisleistung vermarkten lässt, ist ja auch irgendwo naheliegend. Vielleicht ein bißchen zu naheliegend. Man mag mich eines übertriebenen Misstrauens zeihen, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, da soll eine neue Einnahmequelle erschlossen werden, weil Alzheimer allein als Absatzmarkt nicht lukrativ genug ist.

Schließlich müssen die Pharma-Unternehmen ständig überlegen, wie sie weiterhin ihre Umsätze steigern wollen: Die lancierte Cholesterin-Panik zieht längst nicht mehr so wie früher; die Regierungen haben sich mittlerweile hinreichend mit Tamiflu eingedeckt - das ist auch kein Wachstumsmarkt mehr, schließlich hat die Vogelgrippe irgendwann ihren medialen Schrecken verloren - und die Kampagne mit den "Wechseljahren des Mannes" war wohl auch nicht so erfolgreich wie geplant.

Da kommt doch ein Schlaumach-Mittel gerade recht! Schließlich kann man das schon an 16-Jährige verkaufen, denen täglich von den Medien eingetrichtert wird, sie wären zu doof, um irgendeinen Beruf ergreifen zu können. Nun gut: Ich kenne tatsächlich Leute, denen man ein solches Mittelchen zur Belebung der Denkfähigkeit zwangsweise in den Schlund stopfen sollte - etwa wie bei der Gänsemast. Dreimal täglich vor den Mahlzeiten eine Kapsel Kreativität, eine Pille Pfiffigkeit oder ein paar Tropfen Tiefgang - und schon flutschen die brillianten Einfälle nur so heraus oder werden die schlimmsten Torheiten wenigstens vermieden. An sich doch eine prima Idee.

Es sei denn natürlich, es machen sich beim Gehirn-Doping nach Jahren dann doch Nebenwirkungen bemerkbar, von denen man heute noch keinen Schimmer hat. Ich sehe schon das Gesicht meines Hausarztes vor mir: "Tut mir leid, Dr. No, aber Ihr Hirn hat sich zu grünem Schleim zersetzt. Aber machen Sie sich keine Sorgen: Bayer hat ein brandneues Medikament entwickelt, das genau in solchen Fällen hilft . . ." - Würg.

Sonntag, 9. März 2008

Und sie bewegt sich doch...

... die katholische Kirche nämlich, die Galileo Galilei im kommenden Jahr - 367 Jahre nach seinem Tod - mit einer Marmorstatue in den Vatikanischen Gärten ehren will. Pünktlich zum von den UN ausgerufenen "Jahr der Astronomie" schmückt sich die Kirche mit dem Mann, den sie einst mit dem Tode bedroht hat, weil er es gewagt hat zu behaupten, die Erde würde sich um die Sonne drehen und nicht umgekehrt.

Dass die Katholen dreieinhalb Jahrhunderte brauchen, um ihren Irrtum einzugestehen, scheint mir typisch zu sein; dass sie im ausgehenden 20. Jahrhundert noch einmal 13 Jahre gebraucht haben, um sicherzustellen, dass es tatsächlich ein Irrtum war - DAS ist denkwürdig. Aber ich will mich nicht lange damit befassen und an der katholischen Kirche herumnölen, sondern konstruktiv an ihrer Modernisierung mitwirken. Also: in diesen Gärten ist doch bestimmt Platz für noch ein paar Statuen. Wie wäre es mit Charles Darwin?