Ein schwerer Schlag für die deutschen Kriegsanstrengungen: Im Bundeswehrverpflegungsamt, beheimatet weitab von der Ostfront im beschaulichen Oldenburg, hat es gebrannt - eine ganze Halle mit Feldrationen ist zerstört worden. Tausende Büchsen Dosenbrot, Hartkekse und Kaffeeextrakt mit Haltbarkeit bis 2178 futsch! Müssen die Soldaten jetzt hungern? Ist in Kunduz womöglich bereits die erste Kuh requiriert worden? Oder ziehen die Truppen sogar schon plündernd und marodierend durch den Hindukush? Und die wichtigste Frage: Muss der Einsatz nicht spätestens jetzt abgebrochen werden? Es wäre schließlich nicht der erste Feldzug in der Geschichte, der an Verpflegungsproblemen scheitert.
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Freitag, 25. Februar 2011
Donnerstag, 17. Februar 2011
Karl-Theodor, ich will ein Kind von dir!
Tja, Gutti bleibt zurzeit wirklich nichts erspart: Bei der Bundeswehr reiht sich Skandal an Skandal, dann verliert er den Titel des "Oldenburger Grünkohlkönigs" - und schließlich kommt auch noch heraus, dass er Teile seiner Doktorarbeit offenbar geaxolotlroadkillt hat. Harte Zeiten für den Jet-Set-Minister, der erst einmal zu seiner Fangemeinde nach Afghanistan flieht - früher ist man, wenn man seiner Ehre verlustig gegangen ist, wenigstens noch zur Fremdenlegion gegangen, aber heute sind die Kerle ja alle so verweichlicht. Sei's drum - am Hindukush muss er wenigstens nicht mitkriegen, dass ihm langsam selbst die treuesten seiner Hofpostillen fahnenflüchtig werden. Bevor sich nachfolgende Generationen also nicht mehr vorstellen können, wie unfassbar schleimig der Mann mit dem Gel-Helm einst gebauchpinselt wurde, möchte ich schon jetzt für die Nachwelt den wohl arschkriecherischten Artikel der jüngeren Mediengeschichte dokumentieren. Vorhang auf für das nördlichste CSU-Fanzine der Republik, das sich als Regionalzeitung tarnt.
Sonntag, 6. Februar 2011
Neue Umfrage: Welche skandalträchtigen Meldungen hält die Bundeswehr noch bereit?
Harte Zeiten für Guttenberg: Quasi im Tagestakt kommen neue Skandale bei der Bundeswehr ans Tageslicht. Und was für welche! Da werden Menschen zu Dingen gezwungen, die sie eigentlich gar nicht machen wollen... ähem. Wenn ich so drüber nachdenke, erschließt sich mir die Skandalqualität angesichts dieses Vereins doch nicht so recht... lieber ein anderes Beispiel: Da dölmern junge Männer mit ihren Waffen herum, bis sich ein Schuss löst. Hm, soll auch schon mal vorgekommen sein. Aber das hier: Da werden Feldpostbriefe geöffnet! Ha! Und das in der Armee eines kriegführenden Landes, dessen Regierung Schwierigkeiten hat, dem zunehmend aufsässigen Volk den Militäreinsatz am Arsch der Welt schmackhaft zu machen... äh... so was hat's noch nie zuvor gegeb... hmm... was wollte ich eigentlich sagen? Ah ja: Welche finsteren skandalträchtigen Gescheimnisse werden demnächst wohl noch herauskommen? Bitte klicken Sie jetzt!
Donnerstag, 20. Januar 2011
Aarrrrh! Schickt sie über die Planke!
Ach, früher. Da hat man den Käpt'n nach erfolgreicher Meuterei in einem kleinen Boot ausgesetzt, den Jolly Roger gehisst und anschließend sein Glück gesucht, entweder in den Schatztruhen spanischer Galeonen oder wenigstens auf Südseeinseln mit leicht bekleideten Einheimischen. Heute scheinen Meutereien doch einiges von ihrer Romantik verloren zu haben - naja, immerhin handelte es sich um ein Segelschiff.
Samstag, 18. Dezember 2010
Das Oberkommando der Bundeswehr gibt bekannt
Hübsche Titelzeile auf Spiegel Online: "Merkel zu Blitzbesuch im Feldlager Kunduz". Blitzbesuch - ich will ja nicht päpstlicher sein als der Papst, aber ob das die, ähem, glücklichste Wortwahl bei einem Thema ist, das unmittelbar mit der Kriegführung deutscher Truppen in einem fremden Land zusammenhängt? Hat sie bei dieser Gelegenheit auch mehrere Divisionen Spekulatius vernichtet, eine Kanne Kaffee ausradiert und eingeflogenen Keksverbänden sowie dem Mittagsbüffet schwerste Verluste zugefügt?
Mittwoch, 26. Mai 2010
Wohlstand schaffen mit deutschen Waffen
Zwischendurch mal wieder Lust, den eigenen politisch-historischen Allgemeinbildungsstand zu testen? Da hätte ich was anzubieten. Und zwar folgende Frage: Von welchem deutschen Politiker stammt diese Aussage?
2. Wilhelm II.
3. Adolf Hitler
4. Horst Köhler
"Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe - mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhänigkeit - auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel: Freie Handelswege. Zum Beispiel: Ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen."1. Otto von Bismarck
2. Wilhelm II.
3. Adolf Hitler
4. Horst Köhler
Donnerstag, 20. Mai 2010
Jetzt gibt's was auf die Rohren, ihr Taliban!
Heute wurde der neue Wehrbeauftragte des Bundestages vereidigt - das ist ein Posten, der eigentlich außerhalb der Regierung stehen sollte und nicht Teil der Exekutive, sondern der Legislative ist. Da dieser Beauftragte aber durch das Parlament gewählt wird, handelt es sich nahezu unausweichlich um einen Politiker jener Koalition, die gerade die (Regierungs-)Mehrheit besitzt. Naja, Gewaltenteilung ist ja eh' immer so ein kompliziertes Gewurschtel, auf das man auch verzichten kann. Und der neue Mann hat immerhin schon mal gesagt, wo's langgeht.
Donnerstag, 15. April 2010
Mit Kanonen auf Bratzen
Unseren Jungs an der Ostfront bleibt aber auch nichts erspart. Nicht nur, dass sie es seit achteinhalb Jahren mit filzbärtigen, benzinklauenden und schlecht gelaunten Eingeborenen zu tun haben - jetzt gesellt sich, neben Profikillern, auch noch die ultimative Bedrohung hinzu: Die "Deutschen Taliban-Mudschahidin"! Wow - DAS klingt ja wirklich mal übel. So wie "untote Zombie-Vampirmutanten" oder "russenmafiöse Camorra-Yakuza" oder "die silastischen Waffenteufel von Striterax". Da hilft nur eins: Aufrüsten und - Panzer marsch!
Samstag, 3. April 2010
Steigende Verluste an der Ostfront
Drei Bundeswehr-Soldaten starben bei Kämpfen gegen Taliban in der Nähe von Kunduz, und alle fragen sich, wie das denn nun passieren konnte - offenbar ist das Bohren von Brunnen und der Bau von Schulen heutzutage ein gefährliches Geschäft. Ob die offizielle Einschätzung der dortigen Zustände jetzt vielleicht mal von "kriegsähnlich" zum ausgewachsenen "Krieg" befördert wird?
Mittwoch, 13. Januar 2010
Steckrübenwinter am Hindukusch
Die Bundeswehr will in Afghanistan Winterhilfe betreiben. Ein löbliches Ansinnen! Schließlich wird es in Kunduz, dem Stalingrad der Landbevölkerung am Hindukusch, saukalt. Ich habe die Ehre und Freude, der Weltöffentlichkeit vorab das offizielle Plakat zu dieser Aktion zu präsentieren:
Donnerstag, 26. November 2009
Nein, Mami, ich habe die Vase nicht umgeschmissen - sie ist von ganz alleine runtergefallen!
Zwar ist meine Wut auf die Bundeswehroberen und ihren ehemaligen Oberwaschbrettkopf über ihr Verhalten in bezug auf das Blutbad bei Kunduz noch längst nicht verraucht, aber mittlerweile immerhin etwas verdünnt worden - und zwar mit einer Prise Befriedigung und einer Messerspitze Mitleid. Befriedigung darüber, dass der Kopf von Generalinspekteur Schneiderhan gerollt ist; und Mitleid mit der unfassbar erbärmlichen Figur, die Ex-Verteidigungsminister Jung derzeit abgibt. Wohlgemerkt: Noch viel, viel erbärmlicher, als er ohnehin in den vergangenen Jahren wirkte. Das will was heißen.
Montag, 16. November 2009
Nerd-Content: Truppenabzug oder was?
Ein Ende des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan ist zumindest ansatzweise in Sicht: Guido Westerwelle kündigte an, binnen vier Jahren die Voraussetzungen für einen Truppenabzug zu schaffen. Keine große Überraschung: Für die Liberalen, die ja gewissermaßen die Ferengi des bundesdeutschen politischen Spektrums darstellen, war schließlich schon immer klar: "Frieden ist gut für das Geschäft."Samstag, 31. Oktober 2009
Bedingt verschleierungsbereit
Tja, das hat sich die Hardthöhe so gedacht: Man oktroyiert dem Volk einfach eine offizielle Sichtweise über die Tankwagenbombardierung, stempelt "Streng geheim!" auf die entsprechende Akte und damit ist das Thema dann erledigt. Dummerweise hat keiner mit den Medien gerechnet. Der Spiegel kommt trotzdem an Informationen aus dem nicht unbrisanten Nato-Schrieb - und teilt der Öffentlichkeit mit, was diese nach Ansicht der Soldateska besser nicht hätte wissen sollen, etwa dass die Bundesregierung die Untersuchungskommission auf eine Verniedlichung des Vorgangs gedrängt habe. Hmm... journalistischer Artikel über militärische Geheimhaltung und die Verwicklung der Politik - hatten wir das nicht schon mal? Gibt es jetzt Redaktionsrazzien und werden von Blumencron und Mascolo mit Handschellen abgeführt? Ich hole schon mal das Popcorn.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Das Oberkommando der Bundeswehr gibt bekannt:
[Hintergrund: Wagner'sche Fanfaren] "Es spricht Generalinspekteur Schneiderhan. Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Zivilisten. Der von der Bundeswehr initiierte Bombenangriff auf die beiden gestohlen Tanklastzüge nahe Kunduz war "militärisch angemessen" und es sind wahrscheinlich keine Unbeteiligten ums Leben gekommen. Dies geht eindeutig aus dem nun vorgelegten Untersuchungsbericht der Nato hervor, den ich Ihnen natürlich nicht zukommen lassen werde. Sie werden verstehen, dass wir diesen Bericht als "streng geheim" klassifiziert haben und der Öffentlichkeit somit vorenthalten. Es handelt sich hier eindeutig um eine militärische Angelegenheit, also obliegt dem Militär auch die alleinige Deutungshoheit. Oberst Klein wird für Tapferkeit vor dem Feind mit dem eiser... äh, dem Ehrenkreuz ausgezeichnet. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit." [Schneiderhan rollt den Untersuchungsbericht zusammen und isst ihn auf. Abspannmusik: Tääää-täterätätätätääää-*bumm-tsching*-Tä-tääääää-täterätätätätäää...]Freitag, 11. September 2009
Im mittleren Osten nichts Neues
Heute ist der 11. September - Zeit für die jährliche Gedenkminute an jenen Tag vor acht Jahren, nach dem angeblich nichts mehr so sein würde wie zuvor. Und da Gedenkminuten manchmal ziemlich langweilig sein können, möchte ich an dieser Stelle ein paar Vorschläge machen, worüber man während dieser Zeitspanne so alles nachdenken könnte.
Montag, 7. September 2009
Bodycount's in da house
Nein, es folgt nun kein abgegriffener Vergleich der Kriegführung der Bundeswehr mit der im Ersten oder Zweiten Weltkrieg. Aber dennoch: Wie sich führende deutsche Soldaten verhalten, sobald man sie wieder auf einen Feind loslässt, macht mir allmählich richtig Angst. Nicht nur wegen des übelkeiterregenden Bodycount-Gefeilsches zwischen Verteidigungsminister Jung und dem Rest der Welt - nein, noch schlimmer dünkt mich ein offenbar rängeübergreifendes und hochgradig perverses Verständnis von Kriegführung, Komplizenschaft und Kommunikation.
Freitag, 4. September 2009
Statt "Blut für Öl": Blut gegen Benzin
Das war knapp: Kampfpiloten der Nato ist es gelungen, in letzter Sekunde die von den Taliban geklauten - 'tschuldigung: gekaperten, wie es nun überall heißt - Tanklastzüge zu zerstören, bevor es den Aufständischen gelang, daraus Benzin abzulassen. Was hätten sie mit dem Zeug alles anstellen können: Ihre Panzer betanken, ihre Feuerzeuge auffüllen, ihre Bärte putzen. Da heisst es schnell handeln, auch wenn eigentlich klar war, dass der Beschuss von Tanklastern ein ziemliches Feuerwerk nach sich zieht und demzufolge der Kollateralschaden an "weichen Zielen" dieses Mal ungewöhnlich hoch ausfallen könnte - was er dann auch tat.
Sonntag, 9. August 2009
Ich mache euch ein Gesetzesangebot, das ihr nicht ablehnen könnt...
Der Wahnsinn hat Methode: Auf dem Weg zum protofaschistischen Überwachungsstaat ist offenbar kein Argument zu niederträchtig, kein Plan zu dreckig und keine Maßnahme zu skrupellos, um das Ziel zu erreichen. Wenn's auf normalem Wege nicht geht, dann wählt Wolfgang Schäuble eben einen perfiden Umweg nach dem Rezept: Man suche sich ein zu bekämpfendes Unwesen aus, an dessen Schlechtigkeit kein Zweifel bestehen kann, jage dieses Thema ein paar Tage oder Wochen lang durch die Medien, bis auch der letzte Schwachkopf von der Notwendigkeit schnellen Handels überzeugt ist - und schafft dann ruckzuck die entsprechenden rechtlichen Grundlagen, um ein weiteres Stückchen Freiheit mitsamt dem bremsspurbeklebten Fetzen Grundgesetz, mit dem man sich den Hintern abgewischt hat, die Toilette hinunterzuspülen. Und das beste daran ist: Das Hirn hinter dem Ganzen bleibt, wie ein klassischer Mafiapate, diskret im Hintergrund. Für so was hat man ja schließlich seine Leute.
Erst wird eine Infrastruktur für die Zensur von Internetseiten errichtet und als offizielle Begründung für diesen Schritt die Bekämpfung der Kinderpornographie vorgeschoben, damit bloß niemand ernsthaft dagegen protestieren kann, ohne scheel angeguckt zu werden. Nützliche Idiotin bzw. Schergin, die zum Schutzgelderpressen losgeschickt wurde: Ursel aus dem Eis, besser bekannt als Ursula von der Leyen. Das war wirklich geschickt: Während sich die gesamte Internetszene über "Zensursula" aufregt und ihren Kopf fordert, um ihn irgendwem ins Bett zu legen, sitzt Don Wolfgang händereibend in seinem Palazzo und bereitet längst den nächsten Schritt vor. Ihm wird nichts passieren, Ursel hält ihre fönfrisierte Rübe hin.
Das hat nichts damit zu tun, dass ich von der Leyen für nicht fähig halte, so etwas selber anzuleiern. Aber es geht hier um Verbrechensbekämpfung, die ja eigentlich Sache des Innenministeriums ist. Ausführendes Organ ist das BKA, das ebenfalls dem Innenministerium unterstellt ist. Warum also sollte ein solches Gesetz ausgerechnet im Familienministerium ausgearbeitet werden? Weil es um Kinder geht? Genauso logisch wäre es zu glauben, dass für die Ausweitung der Anti-Terror-Gesetze nach den geplanten Kofferbombenanschlägen das Verkehrsministerium zuständig gewesen sei, da die Bomben ja in Zügen zum Einsatz kommen sollten. Nein, da steckt der paranoide Pate vom Fehrbelliner Platz dahinter.
Nun folgt der nächste Schritt: Der von Schäuble seit langem heiß herbeigesehnte Einsatz der Bundeswehr im Innern. Dies bahnt sich schon seit einiger Zeit an, ließ sich aber nur schwer vermitteln. Zu weit weg ist die Geschichte um die drei Ferienhausterroristen, zu diffus die behauptete Bedrohung durch eine angebliche "Islamische Dschihad-Union". Da greift Don Wolfgang eben zu einem aktuelleren und für jeden verständlichen Feindbild: Somalische Piraten. Schwerbewaffnete Verbrecher, die normale, hart arbeitende Menschen monatelang als Geiseln nehmen. Mit denen hat niemand Sympathie; und die Forderung, die Bundeswehr solle aktiv gegen diese gewalttätigen Ganoven vorgehen, wird auf breites Verständnis in der Bevölkerung stoßen. Wozu haben wir denn die ganzen teuren Schiffe, wenn man mit ihnen nicht einmal Frachter befreien darf?
Der Schlägertyp, den der Pate dieses Mal losschickt, heißt Franz-Josef Jung, der nicht nur das Schutzgeld erpressen, sondern auch die Tochter des Hauses, genannt "Grundgesetz", vergewaltigen will. Gut, auf dem ersten Blick erscheint es nachvollziehbar, dass es der Verteidigungsminister ist, der mehr Rechte für die Bundeswehr einfordert. Aber was für Rechte sind das denn? Die Bundeswehr soll nach seinem Willen auch polizeiliche Aufgaben übernehmen können. Geiselnahme ist ein krimineller Akt, der Umgang damit mithin Sache der Polizei. Die Bundeswehr hat da zu Recht nichts zu suchen.
Auch wenn es logisch erscheint, wenn die Marine in solchen Fällen wie bei der "Hansa Stavanger" eingreifen dürfe, sollten wir uns nichts vormachen: Im entsprechenden Gesetz wird nicht stehen, dass Soldaten im Zweifelsfall auch mal gegen Piraten vorgehen dürfen, die Schiffe gekapert haben. Im Gesetz wird stehen, dass die Bundeswehr bei (nicht näher definiertem) Bedarf auch (nicht näher definierte) polizeiliche Aufgaben übernehmen kann, wenn die Polizei ihre Hilfe (unter nicht näher definierten Voraussetzungen) anfordert. Und wer steht hinter der Polizei, am oberen Ende der Befehlskette? Richtig. Und was gehört sonst noch alles zu den polizeilichen Aufgaben? Ebenfalls richtig.
Also: Internetzensur in die Wege geleitet, können wir abhaken. Einsatz der Bundeswehr im Innern in die Wege geleitet, ebenfalls abhaken. Auf dem Weg zu "1984" haben die Achtziger bereits begonnen. Was fehlt noch? Ach ja: Videoüberwachung von Wohnungen. Gibt es zwar schon, könnte aber noch massiv ausgeweitet werden. Als Aufhänger könnte etwa die Misshandlung wehrloser Senioren durch Pflegepersonal dienen. Das findet doch jeder schrecklich! Da muss man doch Maßnahmen ergreifen! Und wenn man per Videobeweis nur einen Opi davor bewahrt, geschlagen zu werden, hat sich das alles doch schon gelohnt.
Als Vollstrecker wird dann wohl Ulla Schmidt vorgeschickt. Und Don Wolfgang kann sich grinsend zurücklehnen und Zigarren schmauchen: Ihm kommt niemand auf die Schliche.
Erst wird eine Infrastruktur für die Zensur von Internetseiten errichtet und als offizielle Begründung für diesen Schritt die Bekämpfung der Kinderpornographie vorgeschoben, damit bloß niemand ernsthaft dagegen protestieren kann, ohne scheel angeguckt zu werden. Nützliche Idiotin bzw. Schergin, die zum Schutzgelderpressen losgeschickt wurde: Ursel aus dem Eis, besser bekannt als Ursula von der Leyen. Das war wirklich geschickt: Während sich die gesamte Internetszene über "Zensursula" aufregt und ihren Kopf fordert, um ihn irgendwem ins Bett zu legen, sitzt Don Wolfgang händereibend in seinem Palazzo und bereitet längst den nächsten Schritt vor. Ihm wird nichts passieren, Ursel hält ihre fönfrisierte Rübe hin.
Das hat nichts damit zu tun, dass ich von der Leyen für nicht fähig halte, so etwas selber anzuleiern. Aber es geht hier um Verbrechensbekämpfung, die ja eigentlich Sache des Innenministeriums ist. Ausführendes Organ ist das BKA, das ebenfalls dem Innenministerium unterstellt ist. Warum also sollte ein solches Gesetz ausgerechnet im Familienministerium ausgearbeitet werden? Weil es um Kinder geht? Genauso logisch wäre es zu glauben, dass für die Ausweitung der Anti-Terror-Gesetze nach den geplanten Kofferbombenanschlägen das Verkehrsministerium zuständig gewesen sei, da die Bomben ja in Zügen zum Einsatz kommen sollten. Nein, da steckt der paranoide Pate vom Fehrbelliner Platz dahinter.
Nun folgt der nächste Schritt: Der von Schäuble seit langem heiß herbeigesehnte Einsatz der Bundeswehr im Innern. Dies bahnt sich schon seit einiger Zeit an, ließ sich aber nur schwer vermitteln. Zu weit weg ist die Geschichte um die drei Ferienhausterroristen, zu diffus die behauptete Bedrohung durch eine angebliche "Islamische Dschihad-Union". Da greift Don Wolfgang eben zu einem aktuelleren und für jeden verständlichen Feindbild: Somalische Piraten. Schwerbewaffnete Verbrecher, die normale, hart arbeitende Menschen monatelang als Geiseln nehmen. Mit denen hat niemand Sympathie; und die Forderung, die Bundeswehr solle aktiv gegen diese gewalttätigen Ganoven vorgehen, wird auf breites Verständnis in der Bevölkerung stoßen. Wozu haben wir denn die ganzen teuren Schiffe, wenn man mit ihnen nicht einmal Frachter befreien darf?
Der Schlägertyp, den der Pate dieses Mal losschickt, heißt Franz-Josef Jung, der nicht nur das Schutzgeld erpressen, sondern auch die Tochter des Hauses, genannt "Grundgesetz", vergewaltigen will. Gut, auf dem ersten Blick erscheint es nachvollziehbar, dass es der Verteidigungsminister ist, der mehr Rechte für die Bundeswehr einfordert. Aber was für Rechte sind das denn? Die Bundeswehr soll nach seinem Willen auch polizeiliche Aufgaben übernehmen können. Geiselnahme ist ein krimineller Akt, der Umgang damit mithin Sache der Polizei. Die Bundeswehr hat da zu Recht nichts zu suchen.
Auch wenn es logisch erscheint, wenn die Marine in solchen Fällen wie bei der "Hansa Stavanger" eingreifen dürfe, sollten wir uns nichts vormachen: Im entsprechenden Gesetz wird nicht stehen, dass Soldaten im Zweifelsfall auch mal gegen Piraten vorgehen dürfen, die Schiffe gekapert haben. Im Gesetz wird stehen, dass die Bundeswehr bei (nicht näher definiertem) Bedarf auch (nicht näher definierte) polizeiliche Aufgaben übernehmen kann, wenn die Polizei ihre Hilfe (unter nicht näher definierten Voraussetzungen) anfordert. Und wer steht hinter der Polizei, am oberen Ende der Befehlskette? Richtig. Und was gehört sonst noch alles zu den polizeilichen Aufgaben? Ebenfalls richtig.
Also: Internetzensur in die Wege geleitet, können wir abhaken. Einsatz der Bundeswehr im Innern in die Wege geleitet, ebenfalls abhaken. Auf dem Weg zu "1984" haben die Achtziger bereits begonnen. Was fehlt noch? Ach ja: Videoüberwachung von Wohnungen. Gibt es zwar schon, könnte aber noch massiv ausgeweitet werden. Als Aufhänger könnte etwa die Misshandlung wehrloser Senioren durch Pflegepersonal dienen. Das findet doch jeder schrecklich! Da muss man doch Maßnahmen ergreifen! Und wenn man per Videobeweis nur einen Opi davor bewahrt, geschlagen zu werden, hat sich das alles doch schon gelohnt.
Als Vollstrecker wird dann wohl Ulla Schmidt vorgeschickt. Und Don Wolfgang kann sich grinsend zurücklehnen und Zigarren schmauchen: Ihm kommt niemand auf die Schliche.
Montag, 27. Juli 2009
Neue Umfrage: Don't mention the war
Verteidigungsminister Franz-Josef Jung mag das Gekämpfe in Afghanistan nach wie vor nicht "Krieg" nennen. Schon klar: Wer möchte schon als erster so-richtig-kriegführender deutscher Obersoldat nach Hitler bzw. Keitel in die Geschichtsbücher eingehen.* Wenn jedoch 300 Bundeswehrsoldaten mit allem Pipapo an einer Offensive (!) gegen die Taliban teilnehmen und Jung dieses Wort immer noch scheut wie der Teufel das Weihwasser, dann muss man allmählich Zweifel an seiner psychischen Zurechnungsfähigkeit anmelden. Schwerbewaffnete Soldaten heizen in ihren Schützenpanzern auf den Feind zu, ballern auf diese los, was das Zeug hält und werden selber aus allen Rohren beschossen, während über ihnen die Tornado-Bomber ihre Bahnen ziehen: Wenn das immer noch kein Krieg ist, was denn bitteschön dann?
Krieg ist in Jungs Gedankenwelt offenbar etwas, das nur die anderen machen. Niemand in der Bundesregierung hat ein Problem damit, vom Irak-Krieg zu sprechen - mit dem haben wir dank Rot-Grün nichts zu tun. Tschetschenien und Georgien, das waren Kriege. Selbst der Kosovo-Krieg wird als solcher bezeichnet, obwohl deutsche Soldaten dabei waren (aber nicht selbst geschossen haben, was wohl den kleinen Unterschied macht). Aber Afghanistan, wo die Bundeswehr doch hauptsächlich mit Brunnenbohren, Schulenbauen und Bonbonverteilen beschäftigt ist? (Überhaupt - wieviele Brunnen und Schulen gibt es denn mittlerweile in dem Land, wenn die seit mehr als sieben Jahren nichts anderes machen?) Nein, das ist kein Krieg, weil nicht sein kann, was nicht sein darf - und deshalb wollen wir im aktuellen Voting einen passenderen Begriff finden. Bitte stimmen Sie jetzt ab.
Festival der hohlen Phrasen
Es ist ja schon zum Heulen, dass man sich freuen musste, als Jung vor einem Dreivierteljahr endlich von "Gefallenen" sprach. Ein selten dämliches Wort, denn die Leute sind schließlich nicht gestolpert, gestürzt oder in ein halbkriminelles Milieu abgerutscht, sondern wurden erschossen, in die Luft gesprengt oder sonstwie frikassiert. Aber "Gefallene" ist immer noch besser als "einsatzbedingt Getötete", denn es wird allgemein immerhin mit Krieg assoziiert - "einsatzbedingt getötet" werden können auch Feuerwehrleute oder Heizungsbauer.
Leider dünsten bei dem Begriff "gefallen" auch Worte wie "Ehre" und "Tapferkeit" aus jedem Buchstaben; zwei in diesem Zusammenhang unglaublich hohle Phrasen, die zuletzt von Opi und Uropi gedroschen wurden. Es ist ja wohl kaum ehrenvoll, auf Befehl jemanden zu töten oder von jemand getötet zu werden. Ehrenvoll ist etwas ganz anderes: Sich unentgeltlich für Schwächere einzusetzen etwa oder zu einem abgegebenen Wort zu stehen, auch wenn man dafür Nachteile in Kauf nehmen muss, oder - wenn man den Begriff denn unbedingt auf das Militär anwenden will - einen völkerrechtswidrigen Befehl zu verweigern. Nach den einfachen Soldaten, die so etwas taten, werden aber in der Regel später keine Kriegsschiffe und Kasernen benannt.
Blech stanzen und Blech reden
Und was ist "Tapferkeit"? Jemand wie Anna Politkowskaja war tapfer. Die Demonstranten im Iran, in Birma oder Tibet waren tapfer. Greenpeace-Aktivisten, die ihre Schlauchboote vor die Harpunen von Walfängern steuern, sind tapfer. Möglichst viele Menschen umzubringen ist per definitionem nicht tapfer; eine Schlacht einfach nur zu überleben, auch nicht. Wird einem Trupp Soldaten befohlen, eine feindliche Stellung zu erobern, dann müssen sie das tun, weil sie sonst wegen Befehlsverweigerung dran sind - und wenn sie heil davonkommen, gelten sie als "tapfer" und werden mit ausgestanzten Blechteilen behängt.
Bislang halten sich die Belege für Tapferkeit in der Bundeswehr in Grenzen: In Afghanistan hat es bisher im Wesentlichen zu erschossenen Frauen, Jugendlichen und Kindern gelangt; und vom Deck einer hochmodernen, waffenstarrenden Fregatte aus ein Piraten-Motorboot in Schach zu halten, ist auch nur bedingt gefährlich. Natürlich gehört Mut dazu, sich in Kunduz auf Patrouille zu begeben - aber muss man dafür gleich einen Tapferkeitsorden erhalten? Ja, meint der Verteidigungsminister. Zwar nicht das Original, wie ein Parteikollege ehedem forderte, aber immerhin ein ähnliches.
Viel Jung, viel Ehr'
Auf diesem Gebiet der mythischen Überhöhung von Mord und Totschlag erweist sich der CDU-Minister als recht rührig. Auch wenn Franz-Josef Jung nach der Wahl wohl bald in die Bedeutungslosigkeit rutschen wird: Was die schleichende Militarisierung der Gesellschaft angeht, macht dem Hessen keiner etwas vor. Werden Krieg die humanitäre Offensive am Hindukusch überlebt, darf sich auf eines der neuen "Ehrenkreuze" freuen; wer Pech hat, bekommt immerhin zumindest namentlich noch einen Platz im derzeit im Bau befindlichen Ehrenmal in Berlin. Vorbei die Zeiten, als die Bundesrepublik sich zumindest auf dem Papier einigermaßen pazifistisch gab - nun wird wieder ordentlich Weihrauch über den Streitkräften ausgekippt.
Zwar sind wir derzeit noch weit davon entfernt, unsere Kinder in Matrosenanzüge zu stecken und Spenden für Kriegsschiffe zu sammeln. Wenn wir die Geschehnisse allein der letzten zehn Jahre einmal Revue passieren lassen, zeigt sich aber überdeutlich, wie sich die Bundesrepublik immer offener, Schritt für Schritt, wieder zu einer Krieg führenden Großmacht entwickelt - es fragt sich nur, ab wann wir das Kind auch wieder beim Namen nennen.
So wie hier:
*Eine Titulierung, auf die eigentlich Rudolf Scharping Anspruch hat - aber ohne Bodentruppen ist das irgendwie gar ja kein richtiger Krieg, nicht wahr?
Krieg ist in Jungs Gedankenwelt offenbar etwas, das nur die anderen machen. Niemand in der Bundesregierung hat ein Problem damit, vom Irak-Krieg zu sprechen - mit dem haben wir dank Rot-Grün nichts zu tun. Tschetschenien und Georgien, das waren Kriege. Selbst der Kosovo-Krieg wird als solcher bezeichnet, obwohl deutsche Soldaten dabei waren (aber nicht selbst geschossen haben, was wohl den kleinen Unterschied macht). Aber Afghanistan, wo die Bundeswehr doch hauptsächlich mit Brunnenbohren, Schulenbauen und Bonbonverteilen beschäftigt ist? (Überhaupt - wieviele Brunnen und Schulen gibt es denn mittlerweile in dem Land, wenn die seit mehr als sieben Jahren nichts anderes machen?) Nein, das ist kein Krieg, weil nicht sein kann, was nicht sein darf - und deshalb wollen wir im aktuellen Voting einen passenderen Begriff finden. Bitte stimmen Sie jetzt ab.
Festival der hohlen Phrasen
Es ist ja schon zum Heulen, dass man sich freuen musste, als Jung vor einem Dreivierteljahr endlich von "Gefallenen" sprach. Ein selten dämliches Wort, denn die Leute sind schließlich nicht gestolpert, gestürzt oder in ein halbkriminelles Milieu abgerutscht, sondern wurden erschossen, in die Luft gesprengt oder sonstwie frikassiert. Aber "Gefallene" ist immer noch besser als "einsatzbedingt Getötete", denn es wird allgemein immerhin mit Krieg assoziiert - "einsatzbedingt getötet" werden können auch Feuerwehrleute oder Heizungsbauer.
Leider dünsten bei dem Begriff "gefallen" auch Worte wie "Ehre" und "Tapferkeit" aus jedem Buchstaben; zwei in diesem Zusammenhang unglaublich hohle Phrasen, die zuletzt von Opi und Uropi gedroschen wurden. Es ist ja wohl kaum ehrenvoll, auf Befehl jemanden zu töten oder von jemand getötet zu werden. Ehrenvoll ist etwas ganz anderes: Sich unentgeltlich für Schwächere einzusetzen etwa oder zu einem abgegebenen Wort zu stehen, auch wenn man dafür Nachteile in Kauf nehmen muss, oder - wenn man den Begriff denn unbedingt auf das Militär anwenden will - einen völkerrechtswidrigen Befehl zu verweigern. Nach den einfachen Soldaten, die so etwas taten, werden aber in der Regel später keine Kriegsschiffe und Kasernen benannt.
Blech stanzen und Blech reden
Und was ist "Tapferkeit"? Jemand wie Anna Politkowskaja war tapfer. Die Demonstranten im Iran, in Birma oder Tibet waren tapfer. Greenpeace-Aktivisten, die ihre Schlauchboote vor die Harpunen von Walfängern steuern, sind tapfer. Möglichst viele Menschen umzubringen ist per definitionem nicht tapfer; eine Schlacht einfach nur zu überleben, auch nicht. Wird einem Trupp Soldaten befohlen, eine feindliche Stellung zu erobern, dann müssen sie das tun, weil sie sonst wegen Befehlsverweigerung dran sind - und wenn sie heil davonkommen, gelten sie als "tapfer" und werden mit ausgestanzten Blechteilen behängt.
Bislang halten sich die Belege für Tapferkeit in der Bundeswehr in Grenzen: In Afghanistan hat es bisher im Wesentlichen zu erschossenen Frauen, Jugendlichen und Kindern gelangt; und vom Deck einer hochmodernen, waffenstarrenden Fregatte aus ein Piraten-Motorboot in Schach zu halten, ist auch nur bedingt gefährlich. Natürlich gehört Mut dazu, sich in Kunduz auf Patrouille zu begeben - aber muss man dafür gleich einen Tapferkeitsorden erhalten? Ja, meint der Verteidigungsminister. Zwar nicht das Original, wie ein Parteikollege ehedem forderte, aber immerhin ein ähnliches.
Viel Jung, viel Ehr'
Auf diesem Gebiet der mythischen Überhöhung von Mord und Totschlag erweist sich der CDU-Minister als recht rührig. Auch wenn Franz-Josef Jung nach der Wahl wohl bald in die Bedeutungslosigkeit rutschen wird: Was die schleichende Militarisierung der Gesellschaft angeht, macht dem Hessen keiner etwas vor. Wer
Zwar sind wir derzeit noch weit davon entfernt, unsere Kinder in Matrosenanzüge zu stecken und Spenden für Kriegsschiffe zu sammeln. Wenn wir die Geschehnisse allein der letzten zehn Jahre einmal Revue passieren lassen, zeigt sich aber überdeutlich, wie sich die Bundesrepublik immer offener, Schritt für Schritt, wieder zu einer Krieg führenden Großmacht entwickelt - es fragt sich nur, ab wann wir das Kind auch wieder beim Namen nennen.
So wie hier:
*Eine Titulierung, auf die eigentlich Rudolf Scharping Anspruch hat - aber ohne Bodentruppen ist das irgendwie gar ja kein richtiger Krieg, nicht wahr?
Dienstag, 19. Mai 2009
Endlich Rechtssicherheit: Afghanen erschießen ist schon o.k.!
Eigentlich nur konsequent: Wenn es schon wieder so weit ist, dass deutsche Soldaten im Ausland Zivilisten erschießen, dann sollte man die Sache auch gleich einer Großmacht angemessen durchziehen und den betreffenden Soldaten nicht nur von aller Schuld freisprechen, sondern darüber hinaus gar nicht erst einen Prozess gegen ihn eröffnen. Wenn schon amerikanische Skitouristinnen nicht wert sind, einen ordentlichen Prozess zur Aufklärung ihrer Todesumstände zu bekommen, warum dann irgendwelche dahergelaufenen Afghanen, die auf die klare deutsche Anweisung "Bitte fahren Sie rechts ran und halten Sie Führerschein und Fahrzeugpapiere bereit" nicht reagieren?
Also werden die Ermittlungen gegen den Schützen sang- und klanglos eingestellt. Vielleicht bekommt er sogar noch einen Orden. Der Verteidiger des Soldaten versteigert sich gar dazu, jetzt auch noch die lange Ermittlungsdauer zu kritisieren, in der die Bundeswehr u. a. die Situation während der Todesschüsse nachgestellt hat. Das hätte man sich doch sparen können! Waren doch eh' nur Eingeborene. Genauer gesagt: Eine Mutter mit zwei Kindern, also eine Terroristin und zwei zukünftige Terroristen.
Außerdem ist "Todesschüsse" ohnehin ein viel zu hartes Wort. Und auch schon besetzt: "Todesschüsse" gab es nur an der Mauer, sonst nirgends. Verniedlichen wir das Massakrieren der afghanischen Familie doch einfach weiterhin als "Zwischenfall". Oder gleich als "Kollateralschaden". Wirklich auf der Zunge zergehen lassen sollte man sich allerdings sich das Statement des Verteidigers bezüglich der Signalwirkung eines etwaigen Prozesses:
Also werden die Ermittlungen gegen den Schützen sang- und klanglos eingestellt. Vielleicht bekommt er sogar noch einen Orden. Der Verteidiger des Soldaten versteigert sich gar dazu, jetzt auch noch die lange Ermittlungsdauer zu kritisieren, in der die Bundeswehr u. a. die Situation während der Todesschüsse nachgestellt hat. Das hätte man sich doch sparen können! Waren doch eh' nur Eingeborene. Genauer gesagt: Eine Mutter mit zwei Kindern, also eine Terroristin und zwei zukünftige Terroristen.
Außerdem ist "Todesschüsse" ohnehin ein viel zu hartes Wort. Und auch schon besetzt: "Todesschüsse" gab es nur an der Mauer, sonst nirgends. Verniedlichen wir das Massakrieren der afghanischen Familie doch einfach weiterhin als "Zwischenfall". Oder gleich als "Kollateralschaden". Wirklich auf der Zunge zergehen lassen sollte man sich allerdings sich das Statement des Verteidigers bezüglich der Signalwirkung eines etwaigen Prozesses:
"Dann hätte Minister Jung alle Soldaten sofort nach Hause holen müssen. Das Risiko, dass ein durch das Verfahren verunsicherter Soldat auch nur einen Sekunde zu lange zögert, um sich zu verteidigen, wäre kaum zu verantworten gewesen." (Spon)Das heißt in Kurzform: Erst schießen, dann fragen - das muss dann wohl die Handlungsmaxime deutscher Soldaten in Afghanistan sein. Bundeswehr goes Wild West. Yeeeh-haw! Also, ihr Afghanen - wenn ihr irgendwo ein Eisernes Kreuz oder eine schwarz-rot-goldene Flagge seht: Raus aus dem Wagen und in den Graben schmeißen, bis das Geknatter aufhört. Ansonsten seid ihr selbst schuld.
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