Mittwoch, 16. Dezember 2009
Montag, 14. Dezember 2009
Pressefreiheit aus der Sicht eines beleidigten CDU-Politikers
In den Medien ist die Causa Brender zwar vorerst kein Thema mehr, es gibt aber noch die einen oder anderen Nachwehen der öffentlichen Auseinandersetzung: Zum Beispiel schwer genervte Politiker. Auf dem Höhepunkt der Debatte hatte die Initiative Campact einen Aufruf gestartet, sich an seinen jeweiligen Abgeordneten mit der Forderung zu wenden, sich für eine Prüfung der bestehenden gesetzlichen Grundlage durch das Bundesverfassungsgericht einzusetzen.* Der Abgeordnete meines Wahlkreises, Thomas Kossendey (CDU), hat diese Zuschriften auf eine derart angepisste Art und Weise beantwortet, dass ich dieses Schreiben der Nachwelt nicht vorenthalten möchte - zumal es von einem, nun ja, eigenwilligen Verhältnis zu Demokratie und Bürgernähe zeugt.
Dunkle Wolken über Kopenhagen
Gerade noch auf Spon gelesen, bevor es weit nach hinten in die Untiefen der Website durchgerutscht ist: "Entwicklungsländer rühren an Merkels Öko-Nimbus". Wie können sie nur! Wissen die Neg... ich meine: Wissen die Abgeordneten der armen Drittweltstaaten denn nicht, dass unsere Kanzlerin die Öko-Heilige schlechthin ist? Denn dieser "Öko-Nimbus" kommt ja nicht von ungefähr, sondern umgibt die Kanzlerin vor allem deshalb, weil er ihr von den Medien angedichtet wurde - auch vom Spiegel.
Freitag, 11. Dezember 2009
Beispielhaft: Bank geht gegen Bonuszahlungen vor
Endlich einmal eine erfreuliche Meldung in diesen finsteren Zeiten der Finanzkrise: Die erste Bank hat offiziell verkündet, dass überhöhte Boni für Mitarbeiter ab sofort der Vergangenheit angehören! Jawohl: Niemand anderes als der Aufsichtsratsvorsitzende der HSH-Nordbank, Hilmar "Peanuts" Kopper, hat verkündet, dass das Wort "Bonus" in seinem Haus nunmehr "getilgt" sei.
Stattdessen heißen die Millionenzahlungen nun "variable, erfolgsbezogene Vergütungsbestandteile".
Stattdessen heißen die Millionenzahlungen nun "variable, erfolgsbezogene Vergütungsbestandteile".
Kunstwerke, die ich gerne in natura sehen möchte (II)
Heute: Kamele, die durch ein Nadelöhr gehen; vom britischen Künstler Willard Wigan.

Das Nadelöhr gehört zu einer Nadel in Originalgröße. Die Kamele sind dementsprechend bemessen.

Das Nadelöhr gehört zu einer Nadel in Originalgröße. Die Kamele sind dementsprechend bemessen.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Putin, der Teilzeit-Friedensengel
Ja, ich gebe zu: Mein Beifall zur Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama war angesichts der geplanten Ausweitung des Afghanistankrieges vielleicht etwas verfrüht. Grundsätzlich kann ich nach wie vor zu dem stehen, was ich vor zwei Monaten geschrieben habe; ich verstehe aber auch die massiven Zweifel, die viele an dieser Entscheidung hegen. Nur eines verstehe ich nicht: Den heutigen Kommentar dazu auf Spon.Mittwoch, 9. Dezember 2009
Das RumgeAmpel hat ein Ende
Klarer Punktsieg der Lobbyisten: Die Einführung der Lebensmittelampel, die ohnehin bloß von lausigen 70 Prozent der Deutschen gewünscht wird, ist wohl gescheitert - es bleibt bei den irreführenden, dafür aber um so kleiner auf die Packung gedruckten Rechenmodellen der Hersteller. Gewissermaßen als Kompromiss wurde dafür eine andere Ampel in Betrieb genommen: Die, die zur weiteren Verfettung der Gesellschaft führt. Die steht jetzt bis auf weiteres auf Grün.Dienstag, 8. Dezember 2009
Friede den Visits, Krieg den PIs
Die maßgebliche Währung im Online-Marketing ist bekanntlich seit langem die Zahl der PIs - eine Zahl, die in Redaktionen, PR-Abteilungen und Werbeteams ungeahnte Kreativitätsschübe auslöst, wenn es darum geht, sie Monat für Monat zu übertreffen. Oder, weniger blumig formuliert: Sie setzen dem Besucher gerne redaktionelles Fast Food vor - es werde Bilderstrecke! Vielleicht bleiben uns die allerblödesten Varianten dieser besonderen Contentspezies aber ab demnächst erspart.
Montag, 7. Dezember 2009
Familienplanung à la FDP
Irgendetwas fehlte mir in den letzten Wochen; ich konnte nicht genau sagen, was - es war ein bisschen wie mit der Standuhr, die plötzlich aufhört zu ticken, ohne dass man es bewusst wahrnimmt. Jetzt weiß ich, was es war: Ich habe schon lange keinen FDP-Milchbubi etwas Menschenverachtendes sagen hören. Oliver Möllenstädt aus Bremen war so freundlich, hier Abhilfe zu schaffen.
Ein Rückblick ist ein Rückblick ist ein Rückblick
Bereits vor einem Jahr mokierte ich mich zu eben dieser Zeit über die offenbar immer früher angesetzten Jahresrückblicke. In ihrem Wahn, der Konkurrenz immer mindestens einen Tag voraus zu sein, beglückten uns Kerner und Sat1 in diesem Jahr bereits am vierten Dezember mit dem Best of 2009, in der Hoffnung, dass bis Silvester nicht noch ein wichtiger Promi oder hundert Afghanen ins Gras beissen. Es reicht ja schon, wenn die, die bereits verblichen sind, in den nächsten 24 Tagen noch einmal tausend Tode sterben - in Zeitungen, Onlineseiten und TV-Shows.
Freitag, 4. Dezember 2009
Dr. No, fragen Sie sich manchmal, warum Sie sich bei uns registriert haben?
Soziale Netzwerke haben die Tendenz, einem auch dann auf die Nerven zu gehen, wenn man sich gar nicht mit ihnen befasst, nämlich durch Zumüllen der Mailbox. Stayfriends schießt dabei deutlich den Vogel ab: Obwohl ich mich seinerzeit im Wesentlichen nur deswegen dort angemeldet habe, weil ich tatsächlich jemand Bestimmten suchte und ansonsten reichlich untätig in dem Netzwerk bin, bekomme ich nahezu täglich Mails von den Betreibern. Und immer wieder mit denselben Betreffzeilen: "Dr. No, kennen Sie Karl-Heinz?" - "Dr. No, waren das ihre Freunde?" - "Dr. No, wer könnte Ihre Kontakte kennen?" - bis hin zum geradezu philosophischen "Dr. No, wer sind Sie?" - Als ob ich das wüsste.
*Pock* - Aua!
Der geübte Blogger interpretiert die Überschrift richtig: Mir ist ein Stöckchen zugeworfen worden (und wie üblich an den Kopf geknallt), und zwar von Julia. Das Liederstöckchen ist's, und ach, ich fürchte, es richtet sich an eine ganz andere Klientel, nämlich an Leute, die viel öfter Musik hören als ich. Vielleicht sogar an jene, die andauernd Musik hören und ohne Soundberieselung gar nichts machen können. Dennoch versuche ich natürlich mein Möglichstes, die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.
Mittwoch, 2. Dezember 2009
Neue Umfrage: Schön besinnlich gestimmt?
So, langsam wird es mal wieder Zeit für ein neues Voting - das alte muss jetzt echt mal runter von der Seite, es erinnert mich täglich an das reale Wahlergebnis und deprimiert mich. A propos deprimierend: In drei Wochen ist Weihnachten. Was halten Sie davon? Bitte klicken Sie jetzt.
Dienstag, 1. Dezember 2009
Blöde Geschäftsidee: Partycrashing
Das nenne ich eine Medienkarriere im Zeitraffertempo: Vor einer Woche drängelte sich das Ehepaar Salahi in ein offizielles Staatsdinner im Weißen Haus und ließ sich auf sämtlichen Panoramaseiten dieser Welt dafür feiern. Zwischendurch versuchten die beiden ruhmsüchtigen Eheleute, möglichst viel Geld aus ihren 15 Minuten Ruhm zu schlagen, und heute - tja heute kriegen sie die ganze Wucht des Apparats, den sie vergackeiern wollten, zu spüren, rudern verzweifelt zurück und können wohl nur noch hoffen, für ihren Coup nicht auch noch in den Knast zu kommen.
Und die Verfassungsrichter segneten den siebten Tag und erklärten ihn für heilig
Da hat wohl so manches Berliner Ladenbesitzerherz für einen Moment ausgesetzt: Das Bundesverfassungsgericht hat die verkaufsoffenen Sonntage zur Adventszeit für grundgesetzwidrig erklärt. Zwar nur in der Hauptstadt, und für dieses Jahr dürfen die angesetzten Ladenöffnungen noch durchgezogen werden - aber immerhin ein kleines Signal gegen diesen aberwitzigen und immer weiter ausufernden Konsumterror, dem meiner Meinung nach schon längst mal jemand hätte Einhalt bieten müssen. Verwunderlich ist indes die Begründung der Verfassungsrichter.
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