Samstag, 18. Juni 2011

Kunstwerke, die ich gerne in natura sehen möchte (III)

Heute: "Fat Car" von Erwin Wurm.


Wie der Besitzer, so das Auto. Da hilft auch der - haha - dickste Geldbeutel nix mehr.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Zehn Jahre und ein paar Stunden

So, nun ist er also tot. Heißt es zumindest: Osama bin Laden soll bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen sein. Ich habe während der letzten zehn Jahre nie an irgendwelche Verschwörungstheorien bezüglich des Terrorfürsten geglaubt - aber diese Geschichte wirft bei mir nun mehr als eine Frage auf. Hier die erste.

Sonntag, 17. April 2011

Neue Umfrage: Wir geben Neustarthilfe

Eieiei - zwei Wochen nichts gebloggt. An einem Mangel an Themen liegt es nun wirklich nicht, eher an Zeitnot. Aber damit hier keine Spinnweben über der Seite wachsen, schalte ich - Zeit wird's - die neue Umfrage ein. Philipp Rösler, neuer Anführer der Rackerbande aus reichem Hause namens FDP, stellt in seiner Verzweiflung über die in möllemanneskem Fall befindlichen Umfragewerte einen "personellen und inhaltlichen Neuanfang" anheim. Nun, bei "personell" wissen wir alle, wer gemeint ist - aber beim "inhaltlichen" wird die Partei, die außer der gebetsmühlenartiegn Forderung nach Steuersenkungen überhaupt kein Profil mehr hat, auf Hilfe von außen angewiesen sein. Also, Vorschläge bitte!

Samstag, 2. April 2011

Kolonialsüßwarengeschäfte

In den Filialen einer ostzonalen Bäckereikette gibt es Ärger wegen einer Werbekampagne, die sich vermutlich ein Praktikant in besoffenem Kopp ausgedacht hat: Mit dem Foto eines namibischen Babys wird für eine Schoko-Sahne-Schnitte geworben. Eine reichlich misslungene Aussage: Bei Schoko-Sahne-Schnitte hätte doch jemand wie Halle Berry besser gepas... nein, pfui, schlechter Witz. Rassismus ist's, was den Bäckern und ihren Bäckereifachverkäuferinnen nun vorgeworfen wird.


Freitag, 25. März 2011

Antikapitalismus in der FDP-Variante

Köstlich, ganz köstlich: Endlich einmal muss nicht irgendeine untere Charge, ein Abteilungsleiter oder ein Pressesprecher als Bauernopfer herhalten - nein, niemand anderes als der Hauptgeschäftsführer des BDI, einer der Kerninstitutionen des bundesdeutschen Hochkapitalismus, muss Brüderles bierseliges Mitteilungsbedürfnis ausbaden. Zwar trifft es, obwohl ich Werner Schnappauf keine Träne nachweine, auch hier streng genommen nicht den Richtigen - aber ein Geldsack weniger ist doch auch mal was. Bis der nächste herangezüchtet ist, hält der BDI ja vielleicht mal ein paar Monate lang den Rand.


Dienstag, 22. März 2011

Knut. Ein nicht übertrieben langer, aber nötiger Nachruf

Ja, das damalige Trara um Knut hat in seinen Auswüchsen irgendwann genervt. Ja, es gab definitiv einen Zeitpunkt, ab dem viele sich nicht völlig zu Unrecht fragten, ob die Welt noch eine Bilderstrecke und noch einen Panoramaartikel und noch einen Anderthalbminüter zum knuddeligen Bärenbaby braucht. Aber was mich persönlich noch viel, viel mehr genervt hat, waren die andauernden möchtegernbesorgten und leicht heulsusigen Weltverbesserermahnungen nach Art von "Uiuiuiui. Alles geht den Bach runter und alle reden bloß über einen Eisbären!" Na und, fragte ich seinerzeit - die Deutschen haben sich schon für weitaus blöderes und schlimmeres begeistert als sich kollektiv in ein Eisbärenbaby (und seinen Ziehpapi) zu verknallen. Dieser mühsam aufgebaute Gegenhype hat mich viel, viel, viel mehr genervt als der offizielle - und jetzt geht er schon wieder los.


Montag, 14. März 2011

Moratorium te salutant

Tja, da geht den Atomlobbyisten ihr Lieblingsalibi flöten, mit dem sie uns ein Vierteljehrhundert lang in einem Anflug von Protorassismus Tschernobyl verkauft haben: Das Scheinargument, es sei nur deswegen zur Katastrophe gekommen, weil die Eingeborenen am Ort des Unglücks einfach keine vernünftigen Reaktoren bauen könnten, dürfte sich an diesem Wochenende in Fukushima erledigt haben. Schon sind überall Nachrufe auf die Kernkraft zu lesen, und ich lese sie gerne - aber kommen sie nicht zu früh? Die Regierungskoalition "setzt die Laufzeitverlängerung aus", heißt es. Ich vermute einen kleinen, aber entscheidenden Tippfehler: Müsste es nicht viel richtiger "sitzt aus" heißen? Denn das ist genau das, was ich von ihr erwarte. Nicht mehr und nicht weniger.


Sonntag, 6. März 2011

Einstand nach Moaß

Fast könnte man Mitleid mit ihm haben: Kaum nimmt Hans-Peter Friedrich auf dem noch warmen Sessel des Innenministers Platz, fliegt ihm schon alles um die Ohren und bezieht er Dresche, weil er meinte, zum Einstieg was über das Dauerreizthema Islam sagen zu müssen. Naja, und wenn ein CSU-Politiker zu diesem Thema den Mund aufmacht, kann das ja auch nicht gutgehen. Dabei ist an dem fraglichen Satz an sich zunächst eigentlich nichts auszusetzen. An Friedrichs mutmaßlicher Intention und offenkundiger Interpretation allerdings schon.

Samstag, 5. März 2011

Nun muss aber auch mal gutt sein

Das ich sowas noch erleben muss: Da planen Leute offenbar neben diesem ganzen Internethype um die Causa Guttenberg - der, nebenbei bemerkt, allmächlich reichlich ermüdend wirkt, und zwar von beiden Seiten - allen Ernstes auch noch Demonstrationen, um einen der Betrügerei de facto längst überführten Politiker wieder ins Amt zu bringen... als ob es nicht grob geschätzt eine Million bessere Gründe gäbe, auf die Straße zu gehen. Diese ganze Geschichte nimmt nun wirklich bizarre, man möchte sagen: abstruse Formen an; die zahllosen Pro-Gutti, Anti-Gutti, Anti-Anti-Gutti und Anti-Anti-Anti-Gutti-Gutti-Seiten auf Facebook à la "Wir wollen xyz wiederhaben" waren anfangs vielleicht noch lustig, jetzt sind sie bestenfalls langweilig, schlimmstenfalls hochgradig nervig - und bei den Argumentationsmustern seiner Fangemeinde möchte man sowieso den Kopf auf die Tischplatte hauen, bis eins von beiden bricht.

Freitag, 4. März 2011

www.sameprocedureaseveryyear.com

So, das pöhse Internet ist also mal wieder schuld; diesmal am Anschlag auf die US-Soldaten in Frankfurt. Der Täter solle durch auf YouTube verbreitete islamistische Propaganda radikalisiert worden sein, hieß es gerade in den NDRInfo-Nachrichten. Na, da werden wir wohl nicht lange warten müssen, bis die Internet-Überwachungs-oder-am-besten-gleich-sperren-Debatte wieder losgeht... neuer Minister, neuer Versuch. CDU-Hardliner Uwe Schünemann hat sich bereits zu Wort gemeldet, und das ist nie ein gutes Zeichen.

Dazu nur eine kurze Bemerkung am Rande: Gewaltbereite Schwachmaten, die durch Medien (denn nichts anderes sind Internetseiten) so lange aufgehetzt werden, bis sie zur Waffe greifen - das ist fürwahr nichts Neues; und das funktioniert durchaus auch analog. Oder erinnert sich niemand mehr an den Fall Rudi Dutschke?

Dienstag, 1. März 2011

Time to say Guttbye *dumdidum*

Für einen Moment lang machte sich Jubel und Frohlockung breit: Guttenberg zog endlich die Konsequenzen aus der Copy&Paste-Affäre und geht, ganz ohne Fackeln und Mistforken, den Weg aller bei irgendwas ertappten Politiker - Rücktritt und dann mal sehen, was danach kommt. Für diesen kurzen Moment schien es, als gäbe es doch noch ein Fünkchen Gerechtigkeit in der Welt; als könne man glauben, dass "die da oben" eben doch nicht mit allem durchkommen. Für diesen einen Moment sah es nach einem Happy End aus. Ist es aber eigentlich gar nicht.

Neue Umfrage: Biologische Guerillakriegführung

Al Qaida schlägt wieder zu! (Sie erinnern sich? Diese Gruppe von Höhlenmenschen, die Tod und Verderben über uns alle bringen will? Gut.) Also: Informationen der Blödzeitung zufolge haben sie nun einen ganz besonders perfiden Plan ausgeheckt: Sie wollen giftige Tiere - Skorpione, Schlangen und so - in Passagierflugzeugen freilassen! Biowaffen, mal ganz anders! Was für ein diabolischer Plan! Und auch ein dämlicher, der vermutlich mal wieder nur in der Bild thematisiert wird, weil irgendein Redakteur zu viele schlechte Filme gesehen hat. Andererseits: Die Idee ist ausbaufähig. Alsdann - was könnten die Terroristen noch so alles irgendwo reintun, um die westlichen Gesellschaften ins Wanken zu bringen? Bitte klicken Sie jetzt.


Freitag, 25. Februar 2011

Ohne Mampf kein Kampf

Ein schwerer Schlag für die deutschen Kriegsanstrengungen: Im Bundeswehrverpflegungsamt, beheimatet weitab von der Ostfront im beschaulichen Oldenburg, hat es gebrannt - eine ganze Halle mit Feldrationen ist zerstört worden. Tausende Büchsen Dosenbrot, Hartkekse und Kaffeeextrakt mit Haltbarkeit bis 2178 futsch! Müssen die Soldaten jetzt hungern? Ist in Kunduz womöglich bereits die erste Kuh requiriert worden? Oder ziehen die Truppen sogar schon plündernd und marodierend durch den Hindukush? Und die wichtigste Frage: Muss der Einsatz nicht spätestens jetzt abgebrochen werden? Es wäre schließlich nicht der erste Feldzug in der Geschichte, der an Verpflegungsproblemen scheitert.


Mittwoch, 23. Februar 2011

Ja, wo sitzen sie denn?

Was muss ich da lesen? Politiker verdienen gar nicht schlechter als Manager? Besser gar - sogar viel besser? So was - da gerät ein althergebrachtes Axiom ins Wanken. Seit ich denken kann, wurde uns eingetrichtert, dass Politiker viel zu wenig Geld bekommen. Hunderte von Diätenerhöhungen wurden damit gerechtfertigt - Begründung: Man könne nur so "verhindern, dass die besten Köpfe in die Wirtschaft gehen". Und es war so leicht, das zu glauben. Denn dass die fähigsten und klügsten Menschen des Landes nicht unbedingt auf den Parlamentssitzen und in den Ministersesseln sitzen, war ja stets offensichtlich.


Dienstag, 22. Februar 2011

Ein Versuch macht kluch. Oder gar einen Akademiker.

So. Das soll's jetzt also gewesen sein? Guttenberg verzichtet auf seinen Doktortitel - großmütig, wie man als Adliger nun mal dem niederen Volk gegenüber von Zeit zu Zeit sein sollte? Entschuldigt sich bei seinem Doktorvater und seinen Parteigenossen für die Scherereien und macht da weiter, wo er vor ein paar Wochen aufgehört hat - bei der Medienkooperation "Germany's Next Chancellor"? Deklariert "abstruse Vorwürfe" zu "eigenen Fehlern" um und lässt wieder sein Sunnyboylächeln in jede Kamera blitzen? Gehe nicht ins Gefängnis, gehe zurück auf Los - sollte dies das Leitmotiv der 2010er Jahre werden: "Man kann's ja mal versuchen"? Denn darauf läuft es hinaus - Bescheißen in der Hoffnung, dass es keiner merkt; und wenn doch, ist's ja auch egal.