Samstag, 31. Juli 2010

Wer befreit mich von diesem lästigen Polizisten?

Eigentlich wollte ich nichts zum Loveparade-Unglück schreiben - zu sehr widert mich das allseitige Schwarzer-Peter-Geschachere an. Aber über die Duisburger CDU muss ich nun doch ein Wörtchen verlieren, denn auf welch würdelose Weise die sich aus dem Netz von Schuldzuweisungen und Verantwortungs-Wegschiebereien herauszuwinden versucht, ist in seiner Erbärmlichkeit kaum mehr zu fassen. Über Nacht peinlich gewordene Online-Inhalte klammheimlich von der Seite zu nehmen würde ja kaum mehr verwundern, das ist ja mittlerweile schon Volks(partei)sport - aber stattdessen die Besucher auf dermaßen plumpe Art für dumm zu verkaufen, dazu gehört schon eine Menge Arroganz.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Für Kohle machen die doch alles

Es ist wirklich enttäuschend: Im Fußball geht es wirklich nur noch um Kohle. Jüngstes Beispiel: Raúls Wechsel zu Schalke.

Montag, 19. Juli 2010

Dein digitaler Freund und Helfer

... und wenn wir schon wieder das Thema "Internetzensur" hervorkramen, können wir uns bei dieser Gelegenheit ja auch weiteren heißen Eisen widmen: Der Überwachung und den Onlinedurchsuchungen. Der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BDK) Jansen stellt skurrille Forderungen für die Nutzung des weltweiten Netzes auf, dem er eine Zerstörungskraft wie die von Atombomben beimisst. Der Gedankengang liest sich in etwa so schlüssig wie eine sonntagnachmittägliche Gardinenpredigt in einer vom Internet abgeschnittenen Dorfkneipe nach dem 15. Glas Korn.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Ruhe am Set! Internetsperren, die zweite *klapp* - uuuuuund bitte!

Mannomann, sie versuchen's immer weiter und mit allen denkbaren Mitteln: Die Konservativen wollen ums Verrecken die Internetzensur einführen. Aus dem Zensursula-Desaster hat man offenbar nur den einen Schluss gezogen, dass es mit Kinderpornos irgendwie nicht klappt - zu offensichtlich waren die Mängel in der herbeikonstruierten Argumentation. Die Jungspunde der Union sind daher auf einen bahnbrechenden und geradezu genialen Plan B gekommen: Wenn Kinderpornos als Hebel zur Durchsetzung der Zensur nicht funktionieren, dann nehmen wir stattdessen doch einfach - alle Pornos!

Mittwoch, 14. Juli 2010

Lechts und Rings kann man nicht velwechsern? Werch ein Illtum!

Toyotafahrer aller Länder, beruhigt euch: Das Rätsel um die auf mysteriöse Weise von selbst beschleunigenden Fahrzeuge ist gelöst. Es waren mitnichten klemmende Gaspedale, die zu der schrecklichen Unfallserie mit weltweit mindestens 93 Toten geführt haben - nein, die Opfer waren offenbar schlicht und einfach zu blöd zum Autofahren: Sie sollen Gas- und Bremspedal stumpf verwechselt haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des US-Verkehrsministeriums.

Dienstag, 13. Juli 2010

Neue Umfrage: Wohin mit dem Patriotenplunder?

So, nu isses vorbei. Die WM war teilweise schön, teilweise auch recht nervig, oft unfreiwillig komisch,* vor allem aber zeitraubend. Trotz meines sonstigen Mangels an Patriotismus habe ich den Deutschen die Daumen gedrückt, bin aber, um ganz ehrlich zu sein, gleichzeitig heilfroh, dass die DFB-Elf es schließlich nicht geschafft hat. Nicht nur, weil ich mich für die Spanier freue, die derzeit zweifellos die beste Mannschaft der Welt haben und den Titel verdienten, sondern vor allem, weil mir die allseits gehörten chauvinistischen Töne langsam ein wenig zu schrill klangen. Zeit, sich des ganzen schwarz-rot-senffarbenen Tands zu entledigen - Vorschläge gibt's in der Umfrage oben rechts. Bitte klicken Sie jetzt. 

Dienstag, 6. Juli 2010

Heißer Qualm, heiße Luft und ein Satz heiße Ohren

Dass ausgerechnet in Bayern nun das strengste Rauchverbot Deutschlands eingeführt wird, wundert einen schon - schließlich kam von dort damals mit der größte Widerstand gegen entsprechende Vorschläge. Auf den zweiten Blick allerdings verfliegt diese Verwunderung schnell: Die Proteste kamen seinerzeit schließlich vor allem von den Tabak- und Gastronomielobbyisten und den unter ihrer Fuchtel stehenden Volksvertretern - die Neuregelung indes kommt vom Volk selbst. Ein Lehrstück in Sachen Direkte Demokratie; mit der nicht unwahrscheinlichen Möglichkeit der Ausweitung auf andere Bundesländer. "Deutschland droht die Großdebatte um den blauen Dunst", schreibt Spon - wieso eigentlich "droht"? Die ist längst überfällig.



Donnerstag, 1. Juli 2010

Sing- und Tanztelegramm für den Bundespräsidenten

Ach ja, fast hätte ich vergessen, Christian Wulff zur erfolgreichen Wahl im dritten Versuch zu gratulieren. Und zwar mit diesem musikalischen Gruß von (gnihihi) "Dritte Wahl":

Mancher flog übers Twitternest

Dafür, dass sich - wie erwähnt - der Spannungsgrad bei der Bundespräsidentenwahl doch in ziemlich eng bemessenen Grenzen hielt und das Ergebnis absehbar war, scheinen die Reaktionen bei manchem umso durchgedrehter auszufallen. Kaum wurde das Ergebnis des dritten Wahlgangs mitgeteilt, war für eine Reihe politisch unbedarfter Zeitgenossen mal wieder klar, wer die Schuld an Wulff trägt: Die Linken, wer sonst. 20 Jahre Dauerpolemisierung durch die westliche Medienlandschaft bleiben offenbar nicht ohne Folgen für das Zentrale Nervensystem - denn einen Umweg über das Gehirn scheinen viele der Äußerungen nicht erst gemacht zu haben.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Wulff vs. Gauck - eine Zwischenanalyse aus purer Langeweile

Die Hauptanforderung an den zur Disposition stehenden Job erfüllte er jedenfalls: Schönreden. "Demokratie ist lebendig und funktioniert", freute sich Joachim Gauck über die 44 Wespendissidenten, die Muttis Schwiegersohn im ersten Wahlgang die Gefolgschaft versagt haben. Wir alle wissen natürlich, dass das mit einer "lebendigen" Demokratie nicht viel zu tun hatte: Die Abweichler handeln genauso aus machtpolitischem Kalkül wie die CDU-Spitze, als sie ihren Lieblingskandidaten aus dem Hut zauberte. Die paar Hanseln, die eventuell tatsächlich aus Gewissensgründen die Parteilinie verlassen haben, sind wohl zu vernachlässigen: Hier geht es um eine Palastrevolte und nichts anderes.

Im Namen des Herrchens

In einem Örtchen unweit von Oldenburg hat es einen Gottesdienst für Hunde gegeben. Schade, dass ich's nicht gesehen habe: Die Predigt zu knurren und zu bellen dürfte den Pastor sicherlich vor ungeahnte Herausforderungen gestellt haben, obwohl das Thema angesichts des zu erwartenden gegenseitigen Beschnüffelns wohl gesetzt war: "Nächstenliebe". Oder die Zehn Gebote, beginnend mit "Du sollst nicht aufs Pflaster kacken!" Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Gemeinde weiß, was sie mit dem ganzen Frolic im Klingelbeutel nun anfangen soll. Vermutlich an die Tafel weitergeben.

Montag, 28. Juni 2010

Der Migrant denkt, die Union lenkt

Man weiß in diesen Zeiten nie so recht, wann das Sommerloch tatsächlich beginnt, aber einen sicheren Hinweis gibt es, dass es bereits da ist: Wenn parlamentarische Hinterbänkler sich mit abstrusen Vorschlägen vor die Mikrofone drängeln. Allerdings sind diese selten so haarsträubend abgedreht wie das, was nun aus den Mäulern der Unionsschergen Peter Trapp und Uwe Ferber troff: Zuwanderer sollten künftig einen Intelligenztest bestehen müssen, um nach Deutschland kommen zu dürfen. Gut, der Fairness halber muss man hinzufügen: Sie forderten das an einem Tag, an dem das intellektuelle Durchschnittsniveau der Deutschen fußball- und alkoholbedingt am Boden lag. Und ihr eigenes sowieso.

Samstag, 26. Juni 2010

Beendet Merkel ihre SMS eigentlich mit :-( ?

Angela Merkel dürfte allmählich tatsächlich am Ende sein: Miese Umfragewerte, Ärger auf dem internationalen Parkett, ihre jüngsten Vorhaben wird sie nur mit verfassungsrechtlichen Taschenspielertricks durch die Legislative prügeln können - und nun hat sie offenbar nicht einmal mehr irgendwelche halbwegs tauglichen Gerüchte oder haltlose Behauptungen parat, mit denen sie der Opposition ans Bein pieseln könnte. Nein, es reicht nur noch für den selten lächerlichen Versuch, aus der SMS-Geschichte mit Sigmar Gabriel ein Mini-Skandälchen zu stricken - dieser Vorfall ist allerdings sowas von vollkommen unbedeutend, dass man eine Ahnung davon bekommt, wie einfallslos die Kanzlerin derzeit wohl mit wirklichen Problemen umgehen würde.

Dienstag, 22. Juni 2010

Ob's edler im Gemüt, die Tritte und Grätschen des wütenden Geschicks erdulden ...

Ich bin ja bekanntlich kein Fußballfreak, aber Weltmeisterschaften sehe ich mir doch ganz gerne an, zumindest die eine oder andere Partie. Und kaum wird alle vier Jahre der Vorhang aufgezogen für die Darbietungen auf den Grashalmen, die die Welt bedeuten, fällt mir auch wieder ein, warum ich kein Fußballfreak bin: Wegen der aberwitzig peinlichen Randaspekte, die aus dem Spiel bisweilen ein schlechtes Schauspiel machen, mit ihm allerdings ebenso untrennbar verbunden zu sein scheinen wie dämliche Kommentatorensprüche. Es müsste eigentlich ein Fußball-Äquivalent zum Oscar geben, oder besser: Zur Goldenen Himbeere ("Gib' mich die Himbeere!"). Ich würde diese Auszeichnung "Rossi" nennen wollen, in Anlehnung an diesen ambitionierten Nachwuchsdramatiker. Die Top Five des lächerlichen Laienspiels in kurzen Hosen:

Samstag, 19. Juni 2010

Der Exot an sich

Eine seltsame WM ist das bislang. Die Spiele größtenteils grottig, die Ergebnisse sehen nach Binärcode aus, die Soundkulisse ist mehr als nervig. Die Leistung der deutschen Elf wird erst zu überirdischer Schönheit verklärt und nur wenige Tage später zu abgrundtiefer Peinlichkeit herabgewürdigt - und dann wäre da auch noch diese komische Nazisprech-Debatte, bei der am merkwürdigsten ist, dass sie weniger zum Skandal, sondern quasi sofort zum Anti-Skandal hochstilisiert wurde. Dabei gab und gibt es viel bedenklichere - und bescheuertere - Auswüchse protochauvinistischer Denkweise.